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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
102
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niemand ihre Frü6)rc zu bestehlen verlanget, und sie doch einen vortrefflichen Schatten-stand für Wanderer und Viehheerden in der Mittagssonne abgeben.

Ihre eigentlichen Standorte sind freye Grasplätze in Thiergärten, aufder Hausstur und dergleichen. Besonders gern pflanzt man sie vor Wohnhäuser, Haupt-sächlich an der Mittagsseite, um die brennenden Strahlen der Sonne von den Fensternund Thüren abzuhalten; zugleich dienet er hier, seiner ansehnlichen Höhe und seinesdicken laubes wegen, als Schulz her Gebäude gegen Feuersbrünste und Windstösse. Auchan den Ufern reißender Strome kann die Roßkastanie mit Nutzen gepflanzt, und als ei-ne sehr haltbare Vorbauung gegen das Einreißen und zur Befestigung der Dämme beyMühlen u. f. w. gebraucht werden; denn ihre häufigen und starken Wurzeln verflech-ten sich sehr fest in einander, und leisten jeder eindringenden Gewalt den stärksten Wi-derstand. Hier kann sie auch an ihren Aesten schon etwas stärker beschnitten werden;ja es wird bisweilen sogar nothwendig, damit sie weniger in die Krone, desto nüchraber in die Wurzeln treibt. In einer ganz frcyeu tage also erreicht dieser Baumseine vollkommene Glöße und Schönheit: so daß man nicht selten Snicke antriffc, diesich mit ihren Aesten in kegelförmig zugerundeten Kronen über dreyßig Fuß im Durch-messer ausbreiten; sie stehen schön gerade, und verwachsen sich nebstben so dicht, daßsie bey den durchdringendsten Sonnenstrahlen einen vollkommenen Schatten gewähren.Wei n ein Baum dieser Art, in einer solchen tage in voller Blüthe steht, so übertrifft«r beynahe alle in Europa bekannten Bäume an Schönheil: indem der ganze äußere Um-fang der Krone mit den schönen und ansehnlichen aufrechtstehenden Blumentrauben so«berfiüßig geziert ist, daß beynahe der ganze Baum damit bedeckt zu seyn scheint, unddie sich dann auch schon in der Ferne mit ihrer blendenden Weiße und in der Nähe zu-gleich mit ihren absteckenden gelben und rochen Flecken, unter den grünen Blättern vor,trefflich ausnehmen. Diesen schönen Anblick genießt man schon im May; und wenn dieWitterung mäßig ist, so wird er bisweilen einen ganzen Monat hindurch dauern. Al,lein es ist wohl sehr traurig, daß dieser Baum oft schon im Iunius seine ganze Schön-heit verliert; denn er wird von seinen ärgsten Feinden, den Man fern (Zeara-kLerl5NeIo!onl2Q.), nicht selten fast ganz entlaubt. Auch die Raupe der Ahorn,Eule (I^arvg knaliNNLo teerig 1^,) verursachet im Julius und August an demselbennicht weniger beträchtliche Verheerungen. Uebrigens verdienet die Roßkastanie nicht«ur allein als ein schöner Baum in Rücksicht der Gartenanlagen, sondern auch in Be-treff der Benutzung ihrer einzelnen Theile, unsere ganze Aufmerksamkeit.

Die Rinde des Stammes der Roßkastanie enthält nach häufigen, wieder-Hollen chnmischen Versuchen eine ansehnliche Menge von Gärbestoff, und sie kann daherals lohe in der Gärberey mit Nutzen gebraucht werden. Nicht minder vortheil,Haft fielen die Versuche mit dieser Rinde, als Färbematerial aus: kaltes darüber