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gesucht werden, weil durch das Abreißen oder Abschneiden derselben ihr gutes Fortkom-men ungemein verhindert wird. Eben so wenig dürfen ihre Zweige mit dem Messer ab-gekürzt werden; denn es ist fast kein Baum, der das Beschneiden der Aeste wenigervertrüge, als dieser. Werden daher einige Aeste von ungefähr abgebrochen, so mußman ße nahe am Stamme vollends abschneiden, damit die Wunde wieder desto eher ver>wachsen kann. Uebrigens e rfordert die Roßkastanie eben keine sonderliche Cullur, und siekommt fast auf was immer für einem Boden und in einer jeden tage gut fort: doch in ei-nem sandigen Boden wächst er am liebsten und geschwindesten, und wenn er noch über«dies etwas naß ist: so hat man noch den Vortheil, daß die Blätter viel länger grünbleiben, als wenn der Baum in einem trockenen Boden gestanden wäre. Am beste«aber können sich die Bäume ausbreiten, und am schönsten wird ihre Krone ausgebil-det, wenn sie sich in einer ziemlichen Entfernung von andern Bäumen, in einer freye«^age einzeln befinden.
Der Wachs thum der Roßkastanie ist ungemein schnell, und schon in wenigJahren bekommt sie eme so ansehnliche Größe, daß sie nicht nur allein durch ihre Men-ge von Vlüthen das Auge ergehet, sondern auch im Sommer einen angenehmen Schal,rcn darbicthct; daben erreicht sie oft ein Alter von mehr als hundert Jahren. Mankennt Bäume, die in einem Zeiträume von zwölf bis vierzehn Jahren schon groß genuggewachsen waren, um zwey bis dren Sitze unter ihren Aesten aufzunehmen und mit küh-lenden Schatten zu versorgen. Der Wachsthum dieser Bäume hat noch das Besonderenn sich: daß bey ibncn, wenn einmal die Knospen geöffnet sind, der Trieb für das gan-ze Jahr, gewöhnlich innerhalb eines Zeitraumes von weniger als drey Wochen, gänz-lich vollbracht wird. Man kann bey ihnen frische Triebe sehen, die während dieserfurzen Zeit eine länge von einem und einem halben Fuß erhalten haben, und an wel-che» sich auch schon die Blätter vollkommen ausgebildet befinden; ja man will sogar dieBemerkung gemacht haben: daß die Roßkastanie zur Triebzeit innerhalb vier und zwan-zig Stunden an allen ihren Aesten um einen Zoll in der länge gewinne. — Sobald dieBlüthen abgefallen sind: so bilden sich auch scbon die Knospen für das folgende Jahr, diebis in den späten Herbst beständig an Dicke zunehmen, und ein rothbrauncs Ansehen ha-ben. Die äussere schuppige Decke wird alsdann mit einem zähen harzigen Safte über-zogen , welcher darzu dienet, die zarten Knospen im Winter vor Regen und Kälte zuverwahren. Sobald es aber im Frühlinge nur ein wenig warm zu werden anfängt, sozerschmilzt dieser Saft, und fließt ab, wodurch dann die Knospen ihre Fleyhcit bekom-men, um sich hinlänglich ausbreiten zu können. Das Bemerkenswertheste an diesem har-zigen Ueberzuge ist, daß er niemals so hart wird, als daß durch ihn die zarten Knos-pen beschädigt werden könnten, welche allezeit an den äussersten Enden der vorjährigenTriebe zum Vorschein kommen. Und hieraus erhellet auch die Ursache, warum mau