Druckschrift 
3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
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90
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ten, beynahe wie beym Fenchel; sie bekleiden den Stengel in so großer Menge: so daßdie Pflanze, im Verhältnisse gegen die Gruße ihrer Blumen, gar zu sehr mit Blatternüberladen ist, und haben einen scharfen Geschmack. Die Herbstadonis hat auf demHauptstamme nur eine einzige Blume, und die Nebcnzweige sind unfruchtbar. DieBlumen sitzen auf langen Stielen; sie bestehen aus ackt eynmden ausgehöhlten Blu-menblättern , die gewöhnlich eine hochrothe menigartige Farbe haben; zugleich sind sieauch mit dunkeln schwärzlichen, sternförmigen Flecken besetzt: so daß es das Ansehenhat, als wenn schwarze Kohlen unter glühenden lägen. Uebrigens ist zu bemerken, daßdie Blumenblätter der in Gärten gezogenen Pflanzen runder und dunkler von Farbe wer-den, als bey den wildwachsenden, Die Staubfäden sind schwärzlich; die Früch-te fast walzenförmig. Der Saame wird im September reif; er ist sckwarzgrün,klein, und sitzt in kleinen länglichten, bennahe drenseicigen und spitzigen Knöpfchen.

Diese Adonisart wird eben so, wie die vorhergehende in tustgä'rten verAbwechslung wegen, auf Parterre«, Blumenbeeten u. d. gl. gezogen; und man mußsie jährlich immer wieder vom Saamen bauen. Zu diesem Endzwecke wird der Saameim Herbste ausgesuet, und im folgenden Frühjahre kommen dann die jungen Pflär.zcheuzum Vorschein; wird der Saame aber erst im Frühlinge ausgebet: so kommen sie sei,ten in eben diesem Jahre zum Blühen; wenn es aber doch geschieht: so werden sie erstim Julius und August blühen, und der Saame im Oktober reif werden. Es ist daherimmer besser, wenn mau den Saamen, auf. dem Platze, wo schon dergleichen Pflanzenstehen, und künftig wieder stehen sollen, von selbst ausfallen läßt: als wenn man sol-chen künstlich aussäet. Sowohl diese als auch die vorhergehende Adonisart kommenin einem lockern Boden am besten fort, und man kann sie in eine läge säen, in wel-che man will; gewöhnlich aber pflegt man einige in eine warme, andere in eine kühleschattige läge, einige im Herbsie, andere im Frühjahre auszusehen, damit diese niedli,chen Blumengewächse durch längere und verschiedene Zeiten hindurch blühend erhaltenwerden. Noch ist zu bemerken, daß der Saame an eben dem Orte ausgesäet werdenmuß, wo künftig die Pflanzen selbst stehen sollen, weil sie das Versetzen nicht gut »er,tragen; zur Noch kann es höchstens, wenn die Pflänzchen noch sehr jung sind, gesche-hen. Herr Miller giebt daher den Rath, den Saaamen auf kleine Plätze in die Ra-batten der Blumengärten auszusäen, und wenn die Pflanzen aufgegangen sind, sie zumTheil wieder auszuraufen, und nur fünf bis sechs auf jeder Stelle stehen zu lassen, inwelchem Falle sie sich weit besser ausnehmen werden, als wenn sie einzeln stehen.

Wir haben noch eine schöne Varietät der Herbstadonis mit gelben Blu-men, die man auch bisweilen wildwachsend findet; Herr Host sah sie z. B. in derGegend bey Bertholdsdorf in Oesterreich unter dem Getreide. Ich erinnere hier noch