8<2
^ <7 0 K l/ H.
Sie hat einen angenehmen äußerst würzhaften Geruch / und einen scharfen etwas bitternnromatifchen Geschmack. Immer ist ihr Geruch angenehmer, wenn sie getrocknet, alswenn sie noch frisch ist. Zinn ökonomischen oder medicinischen Gebrauche erkennet mandie Güte der Wurzel, wenn ihre Scengel dick und frisch sind; auch muH sie von denkleinen Nebensprossen wohl gereinigt werden. Das Mark derselben muß eine schöne wei-ße Farbe haben; ist die Wurzel schon zu alt, so wird das Mark gelb und mehlichc,gleich als ob es von Würmern angefressen wäre, und in diesem Zustande ist sie ganzunbrauchbar. Die Blätter stehen mehrere in einer gemeinschaftlichen Scheide paket-weise beysammen; sie werden oft bis vier Fuß lang, sind sehr schmal, nur gegen dreyoder vier Amen breit, an, Rande scharf schneioeno ; an der Rückseite lauft der langenach eine Rippe hindurch, wodurch sie aber in zwey Hälften von ungleicher Breite ab-getheilt werden, von denen die breitere Hälfte oberhalb in wellenförmige Falten gelegtist. Diese Blätter enthalten eine schwammige weiße Substanz, und wenn man sie zer-reibt, so geben sie einen starken würzhaften Geruch von sich. Endlich ist noch zu be-merken, daß der Rand der einen Seite dieser Blätter offen oder gespalten ist, welcheOeffnung nicht selten sehr weit hinaufreicht, aber doch gegen die Spiße des Blatteszu almählig abnimmt, und zuletzt ganz verschwindet. Aus dieser offenen Seite sieht man-bey einigen Blättern, im Iunius und Julius, einen walzenförmigen, au der Spitze et,was schmäler zulauftnden, drey bis vier Zoll langen und beynahe eines kleinen Fingersdicken Körper hervorwachsen, der die Blllthcnkolbe ist. Anfangs erscheint sieschwärzlich und dem äußerlichen Anscheine nach dem schwarzen langen Pfeffer ähnlich;in der Folge aber erhält sie von den dicken hervorragenden gelben Staubbeuteln dervielen Blümchen, womit sie beynahe ganz bedeckt ist, ein gelbgesprenkeltes Ansehen.Diese Blürhenkolbe hat von einigen Schriftstellern den Namen ^uli erhalten.
Dieses Gewächs wird nicht nur allein als wildwachsend gefunden, sondernman kann es auch in Gärten erziehen, woselbst es in einem nassen und fettenBoden sehr gut fortkommt; allein Blumenkolben treibt es nur dann, wenn es unmit-telbar im Wasser oder in einem Sumpfe gezogen wird. Es liebt vorzüglich eine offe-ne der Sonne ausgesetzte tage; und unter dem Schatten der Bäume will es nicht wohlgedeihen. Steht diese Pstanze hingegen in einem schicklichen Boden und in der gehör«',gen läge, so vermehrt sie sich hinlänglich von selbst durch das Ausbreiten ihrer kriechen-den Wurzeln, durch deren künstliches Zertheilen man sie auch nach Willkühr vervielfäl-tigen kann. Die Zertheilung der Wurzeln wird am besten im Frühjahre oder im Herb-ste vorgenommen: man zerschneidet nehmlich die alten starken Wurzeln in Stücke voneinigen Zolle» in der länge, und legt sie an den beliebigen Stellen nickt zu lief in dieErde ein. Inzwischen hat man die Bemerkung gemacht: daß der Geruch der in Mo/