kurz gestanzt. Die Blätter endigen sich in kurze und dünne Spitzen, die aber dermaßenweich sind, daß man sie nicht füglich Dornen nennen kann, ob sie gleich so aussehen,und enthalten eine ansehnliche Menge eines sehr klebrigen, schleimigen Saftes. —Aufden Gipfeln der Stengel befinden sich kleine Blättchen, abwechselnd mit kleinen stacheligenHülsen untermischt, wo sodann im Julius und August, oft auch schon im Iunius, jenachdem die Pflanze der Sonne mehr oder weniger ausgesetzt war, weiße, einblättrige,unregelmäßig geformte, nach vorne zu in zwey tappen getheilte Blüthen zum Vor-scheine kommen, und sehr schöne ansehnliche Blumenähren bilden.— Die Blume ist ei-ne kurze Rohre, welche sich nach rückwärts in einen Ring endiget, und derer vordereTheil nur eine Unterlippe hat. Diese tippe ist breit, und fein ausgekerbt. Die Stelle derober« tippe nehmen die Staubfäden und der Griffel ein. Diese sind gebogen, und er-strecken sich über den Kelch hinaus. Von den Staubfäden sind zwey länger und zwey kür-zer, die sich genau an den Griffel anschließen. Sie kommen aus einem Theile des inner»Kelches hervor, welcher hohlrund und bogenförmig ist, und sowohl wegen seiner läge,als auch wegen einer ihm besonders eigenen Purpurfarbe, zur Ersetzung des Mangels derOberlippe bestimmt zu seyn scheint. — Hinter der Blume steht das degenförmige Sa a,me »behält« iß in Gestalt einer Mandel oder Eichel, welches vermittelst einer Scheide,wand inwendig in zwey abgesonderte Fächer abgetheilt, und meistens ganz von dem Kel-che umgeben ist. In einem jeden dieser zwey Fächer ist gewöhnlich ein glattes, gelblich-rcs , länglicht enrundes Saamenkorn enthalten, das beynahe bohnenförmig ist, undim Oktober reif wird.
Das slidüche Europa ist das eigent/iche Vaterland der w eich blättrigen Bä,renklau; man findet sie daher auf trockenen, steinigen, ungebauten und etwas steilen,der Sonne ausgesetzten Plätzen in Portugal, Spanien, der Provence, in Italien, Sici-lien, dem titorale, auf den venetianischen Inseln und im Archipelagus ziemlich gemein.—Vcy uns kann sie in Gärten, durch eine geringe Pflege, sehr leicht gezogen werden.
Die Art, sie durch die Kunst fortzupflanzen, ist zwenerley : entweder ge,schiebt es durch den Saamen, oder durck die Zcrt Heilung derWurzeln schonvorhandener Pflanzen. — Will man sie aus Saamen ziehen, so muß man die Körn«gegen das Ende des Märzmonalhs in eine etwas trockene und lockere Erde auf ein Beet,das gut an der Sonne liegt, oder in Scherben, die auf ein warmes Mistbeet gestelltwerden können, bauen. In einen jeden Scherben gehört aber nur eine einzige Eaamcnboh-ne, damit die jungen Pflänzchen hinlänglich Raum haben, sich gehörig auszubreiten, in-dem sie viele lange und starke weiße Wurzeln schlagen. Bey guter und warmer Witte-rung fangen die Saamen schon mit Anfang April zu keimen an, und die jungen Pflanz,chen müssen dann, wenigstens sechs Zoll weit von einander, auf einen sonnigen Ort,am besten an eine Wand gegen Mittag, oder in eine warme Rabatte versetzt, von allem
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