VALERIANA
1123
zwar von der auf Bergen und an trocknen Orten gewachsenen ge-sammelt werden.
Aus einem kurzen cylindrischen, fast abgebissenen Wurzelstock«gehen nach unten viele ziemlich starke und lange einfache Fasern,auch manchmal einige Ausläufer. In die Höhe erhebt sich der einfache,1 — 4 Fuss hohe, rundliche, an den Knoten etwas vierkantige, ge-furchte röhrige Stengel, nur oben durch den Blüthenstand ästig. DieBlätter gegenüberstehend, unpaarig - gefiedert, 1 — 9 Paar Fiederblätt-chen sitzend, an der untern Seite der Basis etwas herablaufend, dieobern am Grunde zusammenfliessend, ganzrandig oder mehr oder min-der gezahnt. Die Wurzel- und untern Stengelblätter gestielt, dieobern sitzend. Blüthen in einer endständigen, dreitheiligen, oft sehrgrossen rispenartigen Doldentraube. Der oberständige Kelch ist eineingerollter Rand, die Krone trichterförmig, mit fünfspaltigem Saum,3 Staubfäden und Sspaltiger Narbe. Frucht: eine Akene mit 3 Rippenauf dem Rücken, nach innen zu gekielt, von der Saamenkrone oderdem mehr als lOstrahligen nach aussen aufgerollten Kelche gekrönt.
Der Baldrian blüht im Juni und Juli.
Die frische Wurzel Ist weisslich und fast geruchlos, getrocknetwird sie braunschwärzlich und erhält einen sehr durchdringenden, ei-genthümlichen, etwas kampherartigen Geruch und einen gewürzhaften,scharfen, anfangs etwas süsslichen, hintennach mehr bitterlichen Ge-schmack. Die Hauptwurzel erreicht selten die Dicke eine* Fingers,ist länglich, kurz und von allen Seiten mit langen, rabenkieldickenund dünnern, schlanken, zähen, mit kleinen haarigen Zäserchen be-setzten Fasern umgeben. Die an feuchten Orten gesammelten sinddicker, weniger haarig, holzig, zerbrechlich, auswendig aschfarben-braun oder braungelb, inwendig dunkelfarbiger, Zuweilen fast schwarz,oft hohl in der Mitte, riechen unangenehmer, sind von schärferem,aber nicht gewürzhaftem Geschmacke und nicht so wirksam.
Die Wurzeln der Valeriana Phu (Häynb III. 33.) [Radix Vale-rianac majoris] zeichnen sich aus durch ihren daumens - und fingers-dicken länglichen, ringartig runzligen, knotigen , äusserlich aschgrauenoder bläulichgrauen, innerlich weisslichen, mit sehr langen, dickernund blässern Fasern überall besetzten Wurzelkopf, durch den minderscharfen aber unangenehmen bittern Geschmack und durch einen demkleinen Baldrian zwar ähnlichen aber unangenehmen Geruch. DieWurzeln der Valeriana dioica (Hatkb III. 31.) sind viel dünner, sehenweisser aus und sind viel weniger kräftig an Gerüche und an Ge-schmacke.
Nach Hrn. Prof. Hoppe werden auf dem Fichtelgebirge belrügeri-scherweise die Wurzeln verschiedener Ranunkelarten untergemischt, jaHerr Hopbb fand unter 30 Pfunden nur 3 Pfund wirklichen Baldrian.Die Ranunkelwurzeln (von liantmcuhis pohjanthemos, repens und M-
71*