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1078 SÜLPHÜR
Eine entzündliche, in Stangen geformte, zerreibliche Ma-terie, von citronengelber Farbe, mit erstickendem Gerücheund blauer Farbe verbrennend.
Sulphur. Blumen. Schtvefelblumen.
Werden in chemischen Fabriken aus dem Schwefel oderaus Schwefel enthaltenden Erzen durch Sublimation be-reitet.
Ein sehr feines Pulver von citronengelber Farbe, im Feuermit blauer Flamme verbrennend und das erstickende schwef-lig^aure Gas entwickelnd. Das nicht ausgewaschene wirdgemeiniglich durch anhängende Schwefelsäure verunreinigt.Man hüte sich, dass der Schwefel nicht durch Arsenik, auchnicht durch Selen verunreinigt sey, was an der ins Pome-ranzengelbe übergehenden Farbe ersichtlich ist.
Der Schwefel, schon in den ältesten Zeiten bekannt, kommt häufigvor, und zwar gediegen, in durchscheinenden oder undurchsichtigenMassen, welche lagenweise den Gyps, den Thon und andere Erdartendurchziehen; der Schwefelberg in Amerika zwischen Quito und Cuenca(2° 10' S. B.) enthält den Schwefel in Gestalt kleiner, 2 — 3 Zollgrosser abgesonderter Klumpen in den Quarz eingesprengt; dann auchals natürliche Schwefelblumen in der Nähe von Vulkanen, als zu Sol-fatara im Neapolitanischen, im Kirchenstaate, in Sicilien, Island, Gua-deloupe, in Amerika u. s. w., und er findet sich in manchen Gegendenvon Sicilien und Italien in solcher Menge, dass er durch Bergbau ge-wonnen und als Handelswaare verführt wird, und zwar zum Theil ohneweitere Reinigung. (Ueber das Vorkommen des vulkanischen Schwe-fels s. Bischof in Schw. - Seibbl's N. Jahrb. VI. 1832. S. 225. DerVerf. erklärt das Absetzen des Schwefels aus der Zersetzung des ent-weichenden Schwefelwasserstoffgases und vielleicht auch der schwef-ligen Säure, die sich bekanntlich gegenseitig zersetzen, wodurch derSchwefel niedergeschlagen wird.) Sehr häufig ist auch sein Vorkom-men in Verbindung mit Metallen, in Schwefeleisen, Schwefelkupfer u.s. w.; ferner mit Sauerstoff und Wasserstoff zu Schwefelsäure und zuHydrothionsäure, und als solche mit Salzbasen zu Salzen verbunden;er findet sich endlich auch als Bestandtheil der Pflanzen und Thiere,so z. B. in dem Senfe, dem Stinkasand, mehrern Hülsenfrüchten, derEibischwurzel u. s. w., im Thierreiche in den Eiern, Haaren u. s. w.
Der natürliche Schwefel wird durch Schmelzen und Abgiessen vomgebildeten Bodensatze oder durch Destillation gereinigt. Aus den