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jetzt erst bekannt gewordenen Standort als Handelswaare verführtworden sey und den Namen Rha harbarum von dem Flusse, über densie durch Aorsen (Hunnen?) zu den Römern eingeführt ward, wo siekeineswegs, wie schon Mannert bemerkte, wachse, erhalten habenmöchte. Unbemerkt kann jedoch nicht bleiben, dass unsere Rhapontikwirklich im südöstlichen Europa, also im alten Thräcien, an den Uferndes Pontus Euxinus, sowie in der Wüste zwischen der Wolga und demUral gegen das caspische Meer wächst. In Europa ist die ächte Rha-barber erst am Ende des 16. Jahrhunderts (ungefähr 1570) durch Occo,die Rhapontik aber erst 1610 durch Prosper Alpin bekannt gewor-den, der sie aus Thräcien kommen liess.
Linne hatte die Mutterpflanze Kheum Rhalarharum genannt. Als.auf Veranlassung der russischen Regierung ein tartarischer KaufmannRhabarbersaamen verschafft hatte und von diesem die schon bekanntePflanze und eine noch unbekannte gezogen wurde, so legte Link£ sei-nem Kheum Khabarjiarum den Namen Kheum umlulatum (Hayke XII.8. PI. med. 116. 117.), und der bis dahin unbekannt gewesenen Pflanzeden Namen Kheum palmatum (Haine XII. 10. PI. med. 119. 120.) bei.Nach den von Pallas und Georgi über den Ursprung der Rhabarber-wurzel in Sibirien angestellten Untersuchungen, die auf Befehl derKaiserin Katharina II. bekannt gemacht wurden, konnte man glauben,dass die sibirische Rhabarber von Kheum unduUtlum, die chinesischevon Rh. palmatum abstamme. Doch konnte durch Siebehs, den Be-gleiter Pallas', der sieben Jahre umherreiste, um die wahre Rhabar-berpflanze aufzufinden, nichts erforscht werden. Miller, welcher vonder Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg Saamen vonKheum compactum (Havne XII. 9. PI. med. 121.), als von der ächtenRhabarber erhalten hatte, gab an, dass die daraus gezogene Wurzelgetrocknet mehr Aehnlichkeit mit der fremden Rhabarber habe als ir-gend eine andere, die er bis dahin gesehen habe, und auch Pallas,dem die Bucharen die Blätter der Rhabarber beschrieben hatten, warnun der Meinung, dass das Rh. compactum es sey, sowie auch dasKheum palmatum und umlulatum, von welchen die Rhabarber gesam-melt werde. Diese Zweifel konnten auch durch Rehmann (Trommsd.J. XX. 1. S. 145) nicht gehoben werden. Eben so wenig brachtendie verschiedenen Anpflanzungen der Rhabarber in Frankreich, Eng-land und Deutschland die Frage zur Entscheidung; als sehr wahr-scheinlich wurde jedoch aus den hierbei gemachten Erfahrungen gefol-gert, dass Rh. palmatum die wahre Mutterpflanze sey. Eist in derneuesten Zeit sind diese Zweifel gehoben worden.
Don hatte in seiner Flora Ncpalensis bereits eine Rhabarberpflanze'als Kheum austräte beschrieben, als Dr. Wallich, Director des bota-nischen Gartens zu Kalkutta, von den Himalayagebirgen Saamen er-hielt, der durch Aussäen eine Art Rheum gab. Er nannte diese, dei