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OLIVAE
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aufgeschichtet und einige Tage hindurch der Gährimg überlassen, be-vor mau das Oel auspresst. Die Gährung macht das Fleisch derFrucht weich, wodurch eine grössere Menge Oel gewonnen wird.Dieses Oel ist grüngelb oder blassgelb, noch mild und wohlschmeckend,die kürzere oder längere Zeit aber, während welcher man die Olivender Gährung überlassen hat, verursacht einen grossen Unterschied hin-sichtlich der Güte desselben; je kürzer die Gährung gedauert hat, destobesser ist das Oel. Ein noch geringeres Oel erhält man durch einzweites Auspressen der erwärmten Oelkuchen, oder auch dadurch, dassgleich schlechtere Oliven genommen werden. Dieses letztere Oel istnur zur Seifensiederei brauchbar. Von allen officinellen fetten Oelenist das Olivenöl das specirisch leichteste, nämlich = 0,915. Im Som-mer ist es immer flüssig, bei einer Temperatur von etwas unter 0" wirdes zum Theil fest und bildet alsdann eine körnige Masse, welche destofester wird, je stärker die Kälte ist; schon bei -|- 4° und -J- 3° R. fängtes an theil weise zu gerinnen, indem sich weisse Flocken von Stearinausscheiden; hei -\- 2° R. geht es in einen butterartigen Zustand über.Durchs Auspressen der in der Kälte erstarrten Masse kann es (nachBraconnot) in 72 Olein und 28 Margarm (s. Sap«) geschieden w.er-den. Das Olein- oder Elain soll man nach Kerwyck von vorzüglicherBeschaffenheit erhalten, wenn man 2 Th. reines Baumöl mit 1 Th. Aetz-natronlauge, deren Stärke jedoch nicht angegeben ist, mischt und unteröfterm Umschütteln das Gemisch 24 Stunden lang maceriren lässt. Dannsetzt man schwachen Weingeist hinzu, um die gebildete Stearinseifedarin aufzulösen, wobei das Elain, welches noch nicht verseift ist, sichabtrennt und auf der OBerfläche der Flüssigkeit schwimmt. Man de-canthirt es und behandelt es von Neuem mit einer gleichen Gewichts-menge Branntwein. Es ist noch schwach gelb gefärbt, kann aberdurch 24stündige Digestion mit Thierkohle farblos erhalten werden.Durch Filtriren erhält man dann das Elain klar und farblos; es ver-dickt sich bei der stärksten Kälte und greift weder Eisen noch Kupferan. Nach Gay-Ltjssao und Thenard besteht das Baumöl aus Koh-lenstoff 77,21; Wasserstoff 13,36 und Sauerstoff 9,43. Durch ein Ge-misch von Schwefel- und Salpetersäure wird es entzündet. Mit denAlkalien bildet es Seifen, mit dem Bleioxjd ein festes Pflaster. InAlkohol löst es sich sehr wenig, in Aether aber sehr leicht auf. Ander Luft trocknet es nicht ein und brennt mit heller flamme ohne,Rauch und Übeln Geruch, und zwar in dochtlosen Lampen schneller alsalle übrigen deutschen Oele.
Das Baumöl wird mit andern fetten Oelen, als Mohn -, Nuss - oderBuchöl verfälscht, das schlechteste mit Rüböl oder Leinöl. Ein solchesOel hat ein grösseres spec. Gewicht, gerinnt nicht sobald in der Kälte,oder erfordert doch einen hohem Grad der Kälte zur Gerinnung, be-kommt durch starkes Schütteln viele Luftblasen, hat einen mehr oder