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NICOT7ANA
centrirter Kaliiösung wurde ein Destillat von ölartiger Consistenz er-halten, das fast völlig farblos und liell, von sehr scharfem Geschmackeund in der Ilitzer von unerträglich scharfem Gerüche war. Die nochdurch Behandlung mit Aether gereinigte Substanz war das scharfePrincip des Tabacks, von den Verfassern Nicotin genannt. Dasselbewurde auch durch Auskochen der Tabacksblätter mit durch Schwefel-säure angesäuertem Wasser, Abdampfen und Behandeln des Rückstandesmit Alkohol von 90 Procent erhalten, als die durch Alkohol ausgezo-gene Substanz mit Kalkhydrat versetzt und destillirt wurde. Das reineNicotin ist wasserhell, noch bei — 5° R. tropfbarflüssig; es macht Pa-pier durchsichtig, der ölartige Fleck verschwindet aber nach mehrernStunden. Es ist specifisch schwerer als Wasser. Befeuchtetes Kur-kume- und Rhabarberpapier wird sogleich gebräunt, was auch mit derZeit verschwindet. An der Luft färbt es sich, wird dickflüssiger undverharzt sich zumTheil. Bis zu 80° R. erhitzt bildet es weisse Dämpfevon unerträglich scharfem Gerüche, die feuchtes Kurkumepapier bräu-nen; es kann nicht, ohne dass sich ein grosser T/ieil zersetzt, über-destillirt werden. Die Dämpfe sind leicht entzündlich. Mit Wassermischt sich das reine Nicotin in jedem "Verhältnisse , ebenso mit Wein-geist, Aether und Mandelöl. Mit den Säuren bildet es cigenthümlicheSalze. Das Nicotin ist also' ein eigentümliches flüchtiges organischesAlkali.
Als Bestandtheile der frischen Blätter werden aufgeführt: 1) eineigenthümlicher giftiger Stoff, basischer Natur, flüchtig, bei gewöhn-licher Temperatur tropfbarflüssig, Nicotin; 2) ein kampherähnüchesätherisches Oel, wahrscheinlich mit Hkrmbstädt's Nicotianin identisch;3) schwach bitterer Extractivstoff; 4) Gummi; 5) Grünharz; 6) bit-teres braunes Harz; 7), Eiweissstqff; 8) thierisch - vegetabilische Ma-terie, dem Kleber nahe stehend; 9) Stärkemehl; 10) wachsähnlicheSubstanz; 11) freie Aepfelsä'ure; 12) 13) 14) äpfels. Ammoniak, Kaliund Kalk; 15) 16) schwefeis. und Salpeters. Kali; 17) 18) phosphors.und schwefeis. Kalk; 19) Kieselerde; 20) Eisenoxyd; 21) Pflauzen-faser; 22) Wasser.
Bei der Gährung, welcher man die Tabacksblätter, die zu Rauch-und Schnupftaback verwendet werden sollen, unterwirft, wird wederdas Nicotin noch das kampherartige Oel, wohl aber Eiweissstoff unddie kleberähnliche Substanz zerstört, wodurch Ammoniat gebildet wird,welches das Nicotin aus seiner Verbindung mit Säure abscheidet, wo-öurch der Geruch des fermentirten Tabacks entsteht.
Büchner (Repert. XXXII. 1829. S. 361) hat bei aus anderer Ab-sicht angestellten Versuchen mit dem Taback gleichfalls, wie es scheint,gleichzeitig mit Possblt und Reimajsn , das Nicotin und zwar aus demTabacksaamen erhalten. Die aus dem Saamen mit Wasser bereiteteEmulsion wurde zum Sieden erhitzt und mit einigen Tropfen verdünnter