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1 (1839) Einfache Mittel
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MYRTILLUS

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Die Myrrhe ist,, sowohl innerlich als äusserlich angewandt, in Pul-verform, im geistigen und wässrigen Auszüge, ein sehr wirksames Arz-neimittel.

** Myrtillus. Die Beeren. Heidelbeeren. Blau-beeren. Bickbeeren.

Vaccinium Myrtillus Linn. Gemeine Heitlelleere.

Abbild. Pi.enck 298. Haykb II. 7. PL med. 219.

Syst. sexual. Cl. VIII. Ord. 1. Octandria Monogynia.

Ord. natural. Ericae Juss. gen. Vaccinieae DeC.

Der kleine gemeine Heidelbeerstrauch, eine perennirende Pflanze,wächst in den bergigen, schattigen, trocknen Waldungen, Gehölzenund Heiden Deutschlands, Frankreichs und Englands, sowie auch nochin mehreren andern Ländern des nördlichen Europas sehr häutig.

Die Wurzel ist holzig, hart, dünn, faserig, und pflanzt sich ge-wöhnlich ziemlich weit unter der Erde kriechend fort. Der strauch-artige eckige Stengel theilt sich fast von seiner Basis an in Aeste,welche glatt, dünn, biegsam, sehr winklig, mit hellgrüner Rinde, diealtern rothgrau, bedeckt sind und eine Höhe von 812 Zoll erreichen.Die glatten, kurzgestielten, abwechselnden, eirund-lanzettförmigen, anihren Rändern gesägten, steifen, grünen, unten etwas nervigen Blätterfallen im Winter -ab, werden aber vorher hochroth. Die kleinen, ge-stielten Blumen hängen einzeln in den Blattwinkeln, sind bauchig undvon weisser und röthlicher Farbe. Der kleine einblättrige Kelch stehtüber dem Fruchtknoten und ist mit vier Zähnchen gekrönt; die Blu-menkrone einblättrig, glockenförmig, an der Mündung zusammengezo-gen, gewöhnlich 4spaltig, mit zurückgerollten Lappen. Die Frucht,eine kugelrunde, schwarze, blaugrau bereifte Beere, von der Grösseeiner Erbse, an dem abgestutzten Ende mit dem Kelchsaume gekrönt.Sie ist fleischig, saftig, das Fleisch violett gefärbt; jedes der 5 Fächer,die sie enthält, umschliesst 810 sehr kleine Saamen.

Die Blüthezeit dieses kleinen Strauches ist Mai und Juni; dieFrüchte reifen im Juli. Diese besitzen einen schleimigen, säuerlich-süssen, etwas zusammenziehenden Geschmack, und werden sowohl frischals Nahrungsmittel als auch getrocknet benutzt.

Sie enthalten eine ziemliche Menge Farbestoff, oder vielmehr far-bigen Extractivstoff, denn der Saft wird durch Alkalien grün gefärbtund durch essigsaures Bleioxyd indigoblau niedergeschlagen, wobei dieFlüssigkeit entfärbt wird; dieser farbige Extractivstoff wird von Wasserund von Weingeist aufgenommen. Ausserdem findet sich darin Schleim-zucker, Citronen- und Aepfelsäure und wenig Ferment. Die Kernesind ölig.

Stengel und Blätter sind von herbem, zusammenziehendem Geschmackeund werden in mehreren nördlichen Gegenden zum Gerben gebraucht.