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MYRRHÄ
konnte nichts von dem Myrrhenbaum erfahren. Linn^ war geneigt,die Myrrhe für ein animalisches Product zu halten, da er in einemStück ägyptischer Myrrhe viele Poren fand, die von einem Insecte her-rührten. LotiRismo stimmte aber wieder der Meinung von Theophrast, •Dioskorides und Pliniüs bei, dass die Myrrhe von einem kleinen,wahrscheinlich der Mimosa nihtica ähnlichen-Baume kommt. Lourkirobeobachtete in den AVäldern von Cochinchina einen ähnlichen Baum,dessen Gummi alle Eigenschaften der Myrrhe zeigte. Alle Zweifel sindaber in unserer Zeit durch Ehrenberg gehoben.
Der Myrrhenbaum, von Ehrbnberg entdeckt, wächst bei Gison,an der Grenze des glücklichen Arabiens. Die Rinde ist glatt, sehrblass aschgrau, fast weiss, das Holz gelblich - weiss und wie die Rindeohne besondern Geruch. Die Blätter stehen in reichlicher Anzahl aufsehr kurzen und glatten Blattstielen einzeln oder häufiger büschelförmigbeisammen; s"ie sind ungleich - dreizählig (ternata) , so dass die beidenseitlichen Blättchen "immer viel kleiner sind als das Endblättchen. Beieinem fast 4 Linien langen Endblättchen waren die seitlichen kaum1 Linie lang; alle diese Blättchen sind vollkommen glatt, verkehrt-ei-förmig, stumpf, und an der Spitze gewöhnlich undeutlich stumpf ge-zähnelt (denticulata) , oder mit 2 oder 3 grössern Zähnen versehen,oder seltner auch ganz ohne Zähne. Die Blüthen fehlten an den vohEhrenbehg gesammelten Zweigen. Eine Frucht sitzt einzeln auf ei-nem kaum 2 Linien langen Fruchtstiel j sie ist eiförmig zugespitzt, glatt,von brauner Farbe, und führt am Grunde die Reste des vierzähnigen,Kelchs; auf der einen Seite öffnet sich eine Naht.
Von dem Stamme dieses Baumes hat Ehrenberg selbst sehr schöneMyrrhe gesammelt. Sie ist im Anfange ölig, dann butterartig, gelb-lich-weiss, allmälig goldfarbig und erhärtet röthlich'; sie tritt wie unserKirscbguinmi aus der Rinde hervor, und wird mit dem Alter dunkleran Farbe, schwärzer und schlechter.
Der Katafbaum, Balsamodendron Kataf Kunth. , Amyris KalafForsk. (PI. med. 358. G. u. v. Schl. 281.), früher für die Mutter-pflanze der Myrrhe gehalten, ist dem Myrrhenbaum nahe verwandt,unterscheidet sich aBer durch folgende Merkmale: Die Aeste sind ohneDornen; die Blätter wohl viermal grösser, und die seitlichen Blättchen(foliolfi) kommen in Gestalt und Grösse fast ganz mit dem Endblätt-chen überein; die Frucht nach Forskal rund und an der Spitze nabel-förmig eingedrückt (umbilico impresso), nicht in eine Spitze ausgedehnt.Er hat mit dem vorigen gleiches Vaterland; Forskai, sah ihn bei Beitel Fakih.
Die beste jetzt'' vorkommende Myrrhe besteht aus eckigen, vonaussen unansehfllichen, abgeriebenen Stücken, die auf dem Bruche roth-braun sind. Spec. Gew. nach Brisson «= 1,360. Als feinste Sorte er-hielt ich jedoch unter dem Namen Myrrha in lucrymis eine Myrrhe,