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JUNIPERUS
Juniperus communis Linn. Gemeiner Wachholiler.Abbild. Plbnck 719. PI. med. 86.
Syst sexual. Cl. XXII. Ord. 12. Dioecia Monadelphia.
Ord. natural. Coniferae. Trib. Cupressineae Rich.
Der gemeine VVachholder, ein mittelmässiger ausgebreiteter Strauchvon 3 — 6 Fuss Höhe, welcher aber durch Cultur in unsern Gärten undin wärmeren Ländern zu einein Baume von 15—20 Fuss Höhe wirdund eine Dicke von '/ 2 — 1 Fuss erreicht, wächst fast durch ganzDeutschland, im nördlichen Europa, allenthalben an sandigen Stellen,in bergigen Wäldern, auf Bergen, Hügeln und Triften.
Der Stamm meist unförmlich und gekrümmt. Die Aeste zahlreichund unregelmässig. Die Rinde uneben und von braunröthlicher Farbe;das Holz hart, von angenehmem Gerüche. Die jungen Zweige dünn,hängend, fast dreieckig und mit erhabenen Streifen versehen, welchesich von einem Blatte zum andern erstrecken. Die Blätter linienförmig,sehr spitz, stechend, 6—8 Linien lang, oben vertieft, glatt, untenblaugrün, halbwirtelig zu 3 beisammen stehend, immergrün. Die Blü-then 2häusig, in einzelnen achselständigen Kätzchen. Die sogenannteBeere (eine Zapfenbeere, Galbulm) bildet sich dadurch, dass dieSchuppen des weiblichen Zapfens, von denen nur die obern Ovarienenthalten, fleischig werden und zu einer beerenartigen, 2—Ssaamigen,erbsengrossen, schwarzbläulichen Frucht verwachsen.
Die Blüthezeit ist April und Mai; die Früchte reifen im Herbstedes folgenden Jahres. Die glänzenden Beeren, Kaddigbeeren, enthaltenim frischen Zustande inwendig ein gelblichröthliches Fleisch, das inden getrockneten Beeren eine leichte schwammige Masse von gelblicherFarbe bildet und drei steinharte Saamenkörner enthält. Sie haben ei-nen harzigen, süsslich- bittern Geschmack und starken balsamischenGeruch, der sich auch beim Verbrennen derselben auf Kohlen ver-breitet, daher sie nicht nur als Räucherungsmittel gegen Krankheitender Haut, sondern auch zum Wohlgeruche benutzt werden.
Verwerflich sind die blassen, beim Trocknen stark zusammenge-schrumpften Beeren, die nicht ihre gehörige Reife erlangt haben. Auchsind die Beeren leicht dem Schimmeln unterworfen.
Das vorzüglich Wirksame der Beeren liegt in ihrem ätherischenOele, welches durch Destillation mit Wasser aus ihnen gewonnen wer-den kann. Die Ausbeute wird verschieden angegeben; nach Einigensollen 10 Pfund 1 — 2 Loth geben; Hageiv erhielt aus 40 Pfunden nur2'/ 2 Loth Oel. Thkmlich erhielt aus 100 Pfund Beeren 100 QuentchenOel. Dieses Oel ist in eigenen Bläschen, zehn an der Zahl, die un-mittelbar auf dem Kerne liegen, enthalten; bei älteren Beeren, wo dasOel verharzt ist, sind diese Bläschen leicht zu erkennen.
Werden die ganzen Beeren mit heissem Wasser übergössen, so istder Aufguss durchsichtig, blassroth, von süsslichem, balsamischem,