IRIS FLORENTINA
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Yerursacht, Raucht man diese Tinctur zum Theil ab, so erscheinenauf der obern Fläche ölig-harzige Theilchen, die abgesondert in derKälte zu einem schmierigen Harze gerinnen, in der Wärme wiederflüssig werden und einen etwas fetten, aromatischen, hintennach scharfbrennenden Geschmack haben. Raucht man die Tinctur ganz ab, sobleibt ein ähnliches Harz von braungelber Farbe zurück. Eine UnzeWurzel glebt eine Drachme dieses Extracts.
Der wässrige Aufguss ist blassgelb, von bitterlichem, massig schar-fem und etwas widerlichem Geschmacke und von einem angenehmenVeilchengeruche. Durch Eisenauflösungen wird die Farbe dunklerbraun. Durch starkes Auskochen erhält man 3 /a schmuzigbraunes, bit-terliches, kaum etwas scharfes Extract von einem noch merklichenVeilchengeruche. Es besteht aus gummigem Extractivstoffe und Stär-kemehl mit einem kleinen Antheile des scharfen Harzes. Dieses scharfeWeichharz scheint auch der vorzüglich wirksame Bestandtheil derWurzel zu seyn.
Vogbi. (Trommsd. J. XXIV. 2. S. 64) erhielt bei der Destillationmit Wasser ein milchiges Destillat, anf dessen Oberfläche eine dunkel-weissliche Masse, dem Rosenöle ähnlich, von dem angenehmsten Veilchen-geruche , und sich sonst wie ein ätherisches Oel verhaltend, schwamm;es scheidet ein kristallinisches Stearopten aus, welches abfiltrirt wer-den kann, und das nach Dumas aus 67,2 Kohlenstoff, 11,5 Wasserstoffund 21,3 Sauerstoff besteht, und demnach CH s O ist, so dass es alsdas Oxyd des Stearoptens vom Rosenöl, C 4 H 8 , betrachtet werden-kann.Das Decoct der Wurzel nahm von schwefelsaurem Eisenoxydul eineweinrothe, von schwefelsaurem Eisenoxyd eine dunkelgrüne beinaheschwarze Farbe an. Das durch Abrauchen erhaltene Extract warschmuziggrau, dem Caoutchouc ähnlich. Beim Erkalten der Absudeschied sich Amylum (oder vielmehr Inulin) aus. Das oben beschriebeneWeichharz erschien hier mehr als ein fettes Oel, das bei gewöhnlicherTemperatur die Consistenz des Ricinusöles hatte, gelbgrün war undausserordentlich bitter und scharf Schmeckte. Es war in Aether,Alkohol und Terpenthinöl leicht auflöslich. Das Extract enthielt ad-stringirenden Extractivstoff und Gummi.
Die frische Wurzel scheint auch noch einige flüchtige Schärfe zuenthalten, durch welche sie heftiger, als Brechmittel und Abführungs-mittel, wirkt. Touery (Berl. Jahrb. XXIX. 2. S. 221) will eineSubstanz in der Veilchenwurzel gefunden haben, welche alle Eigen-schaften des Emetins zeigte.
Die Wurzel wird in Pulverform gegeben, auch zu Niesepulver,Zahnpulver u. s. w. verordnet. Die ganze Wurzel giebt man kleinenKindern beim Zahnen in den Mund, um darauf zu beissen.
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