FUMARIA
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Seiten und an der Spitze der Stengel aufrechte, lange lockere Trau-ben ; sie sind kurzgestielt und von purpurröthlicher, auch weisser Farbe.Der Kelch besteht aus 2 Blättchen; die Krone ist länglich, röhrig undunregelmässig. Sie hat 4 ungleiche Blumenblätter, dem Anscheine nachwie bei den Schmetterlingsblumen gestaltet. Das jobere am Grundegespornt. Staubfäden in zwei Bündeln, deren jedes ST Antheren trägt,von denen nur die mittlem zweifächrig, die beiden seitlichen einfächrigsind. Die beiden Staubfadenbündel stehen vor dem obern (gespornten)und dem untern Blumenblättchen, alterniren daher mit den beiden in-nern kürzern. Die Frucht ist eine schötchenförmige Steinfrucht (Hayne),kugelig zusammengedrückt, mit eingedrückter Spitze, einen einzigenharten Saamen enthaltend.
Die Blüthezeit ist Juni bis September.
Zum of&cincllen Gebrauche wird die ganze Pflanze in der erstenBlüthe eingesammelt. Sie hat einen bittern etwas scharfen Geschmack,der bei der getrockneten merklicher salzigbitter ist. Der ausgepressteSaft dieses Krautes enthält ziemlich viel Eiweissstoff, bittern Extractiv-stoff und salzsaures Kali, das beim Eindicken anschiesst.
Merk (Trommsd. XX. 2. S. 16) giebt als Bestandteile des ausfrisch ausgegresstem Safte bereiteten frischen Extracts an: eine be-sondere thierische Substanz (Eiweissstoff?); Extractivstoff; Schleim;weinsauren Kalk; salzsaures Kali; schwefelsauren Kalk; grünes Satz-mehl; Feuchtigkeit. Im rückständigen Kraute befand sich: Extractiv-stoff; schwefeis. und salzs. Kalk; schmieriges Harz; Holzfaser; ein be-sonderer thierischer Stoff, nach dem Einäschern phosphors. Kalk undschwefeis. Kali liefernd.
Pbschier (Pharm. Centr.-Bl. 1830. S. 407) glaubte in der Pu-maria eine dem Corydalin (s. Aris-tolochia fabacea) ähnliche Pflan-zenbase, Fumarin, aufgefunden zu haben; es ist jedoch diese Angabebis jetzt anderweitig nicht bestätigt worden. Zugleich gab er an, dassin diesem Kraute auch eine eigenthümliche Säure enthalten sey, unddies ist durch die Untersuchungen von Winkler (Buchn. Repert.XXXIX. 48. S. 368, XLVIII. S. 39) als richtig anerkannt wor-den. Er fand sie zuerst an Kalk gebunden in dem Extracte alsgrössere und kleinere kugelrunde gelbe Körner ausgeschieden, bereitetesie dann aber später aus der frischen Pflanze. Es werden 50 bis 100Pfund frischer Erdrauch zerschnitten, und zweimal nacheinander mitdem 4—6fachen Gewicht Wasser ausgekocht, und die Flüssigkeit nachdem Abgiessen und Abpressen zum Klären hingestellt. Die klare Flüs-sigkeit wird bis zur Syrupsconsistenz abgedampft und zu dem nochwarmen Syrup so viel Salzsäure zugesetzt, dass die Flüssigkeit einendeutlich aber nicht scharf sauren Geschmack annimmt. Man lässt" siedann mehrere Wochen lang an einem sehr kühlen Orte stehen, wäh-rend welcher Zeit sich auf dem Boden und an den Wänden des Ge-
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