ERYONIA
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scharfe Geschmack grösstenteils verloren, so dass die heftig drastischeWirksamkeit der frischen Wurzel nur noch in geringem Masse der ge-trockneten inwohnt. Zum Trocknen pflegt man sie in Scheiben zuzerschneiden. Diese zeigen concentrische Ringe und Strahlen, die vomMittelpunkte ausgehen. Getrocknet ist sie schwammig, mehlig, blass-gelb und wird sehr bald von den Würmern zerfressen.
Der Saft dieser Wurzel, welcher vorzüglich in altern Zeiten alsein stark abführendes und urintreibendes Mittel, namentlich in der Was-sersucht, häufig gebraucht worden, ist von Vaü«ijei.hv (Berl. Jahrb.auf das Jahr 1807- S. 14) zerlegt worden, und nach dieser Zerlegungenthält die Wurzel: 1) eine eigenthümliche in Alkohol lösliche bittereSubstanz, welche das wirksame Princip der Wurzel ist; 2) Stärke-mehl; 3) äpfelsauren Kalk mit überschüssiger Säure; 4) phosphorsau-ren Kalk; 5) eine reichliche Menge Gummi; 6) eine kleine MengeZucker; 7) eine thierisch-vegetabilische Substanz; 8) holzige Faser.
Brandes und Firkhabek (Archiv des Apothekervereins u, s. w.HL S. 351 und IX. S. 244; Berl. Jahrb. XXVI. 1. S. 209) ha*ben in2000 Th. der Bryonienwurzel gefunden: Bryonin, verbunden mit etwasZucker, Phyteumakolla, essigs. und äpfels. Kalksalzen, 38; - Harz inAether löslich, mit etwas Wachs, 42; Halbharz in Aether unlöslich\26; Schleimzucker mit Phyteumakolla, saurem äpfels. Kalk und äpfels.Kali, 200; Gummi 290; Stärkemehl 40; Gelatine 50; verhärtetes Stär-kemehl 20; phosphors. Bittererde und Alaunerde. 10; äpfels. Bittererde20; verhärtetes Pflanzeneiweiss 124; Gummoin, durch Kalilauge aus-gezogen 55; durch Kali löslich gemachte extractive, der Phyteuma-kolla verwandte Materie 340; Faser 315; Wasser 400; Verlust 30.S. s=s 2000.
Das Bryonin (Vadqublin's bittere Substanz) ist wahrscheinlich derwirksame Bestandtheil der Wurzel. Es ähnelt sehr dein Kathartin (s.Senna. Folia), hat eine röthüchbraune Farbe, einen süsslichen Ge-ruch, einen anfangs süsslichen, dann gering stechender, und daraufausserordentlich bittern Geschmack, zieht an der Luft Feuchtigkeit an,löst sich in Wasser und Weingeist, und diese Lösung röthet Lackmusund \vir,d durch Galläpfeltinctur, sowie durch essigsaures Bleioxyd starkgefällt. Man erhält es am reinsten, wenn man die Auszüge der Zaun-rübenwurzel mit essigs. Bleioxyd fällt, den Niederschlag abscheidet,dann mit Wasser anrührt, durch dieses Gemisch Schwefelwasseistoff-gas bis zur völligen Zersetzung des Niederschlages strömen lässt, dieFlüssigkeit filtrirt, zur Trockne abraucht und aus diesem Rückständedas Bryonin mit wasserfreiem Weingeist auszieht. Durch mehrmaligeBehandlung mit absolutem Weingeist erhält man es in noch reineremZustande. Durch Behandlung mit reiner Bittererde wird daraus keinAikaloid abgeschieden. Dulong (Bichn. Repert. XXV. 1827. S. 70;Bjrand. Arch. XX. 1. S. 84 und Trommsd. Taschenb. für 1827. S. 95)
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