Vinuin
877
einen geistigen belebende» Geruch, und einen süß-säuerlichen, angenehmenGeschmack. Er muß nicht die Zähne stumpfen, und bei gelindem Feuer solange abgedampft, bis alles Geistige verflogen ist, muß er einen etwas säu-erlich und herbe schmeckenden Rückstand lassen.
Der rothe Franzwein hat einen angenehm herben, etwas zusammen-ziehenden Geschmack.
Der Malagawein hat eine gesattigt gelbrothe Farbe, Und einen geisti-gen, süßen, Hintennach kaum etwas bitterlichen Geschmack. Dieser Wein isthäufig nachgekünstclt aus gewöhnlichem Wein, Rosinen ?e^
Der Ungarwein ist gelblich gefärbt, reich an Weingeist, und auch nochunzersetzten Zucker enthaltend.
Der Rheinwein hat einen etwas säuerlichen Geschmack und eigenthümli«chen, lieblichen, nach den verschiedenen Sorten verschiedenen Geruch.
Der Alkoholgehalt ist in den verschiedenen Weinen verschieden, von 9bis Z6 Procent.
AU« Weine bestehen aus Wasser, Alkohol, Schleim, einer vegetabilisch-animalischen Materie, Essigsaure, saurem Weinsteins. Kali, Weinsteins. Kalke,schwefeis. Kali, salzs. Natron und aus einer Spur Gerbestoff, Ertractivstoff,zu welchen Bestandtheilen bei den rochen Weinen noch ein in Alkohol auf-löslicher Farbestoff kommt.
Ein geringer Essiggehalt, wenn gleich nicht wesentlich zum Bestehen desWeins, findet sich wohl jederzeit, indem ein kleiner Theil Alkohol durch dieEssiggahrung in Essig übergeht; jedoch ist der Wein um so besser, je wem«ger er davon enthält, und je schwächer er die Lackmustinctur röthet. Ist diesaure Gahrung zu weit vorgeschritten, so werden bisweilen von den Wein-Händlern Mittel versucht, durch absorbirende Stoffe — Alkalien, Erden —die entstandene Essigsäure wegzunehmen. Diese Substanzen geben aber demWeine eine dunkelgrünliche Farbe, und einen Geschmack, der zwar nicht sauer,doch aber etwas unangenehm ist. Kalkerden tragen überdies auch in hohemGrade zur Zersetzung und Fäulnis des Weins bei, auch würde in diesemFalle klees. Kali oder klees, Ammoniak einen bedeutenden Niederschlag hervor-dringen, wogegen der durch diese Reagentien in einem natürlichen Weinehervorgebrachte Niederschlag, wegen des stets in demselben jedoch gewöhnlichin geringer Menge vorhandenen weinsteinsauren Kalkes, nur unbedeutendseyn wird. Sollte die Säure durch'Kali oder Natron abgestumpft senn, sowirb man schon das essigs. Kali oder Natron am Gcschmacke erkennen. NachDeyeux soll man einen solchen Wein mit einer Auflösung des salzs. Kalkesvermischen, wo durch das Alkali der salzs. Kalk zersetzt, und eine Trübungerzeugt werden soll. Wenn das Alkali aber nicht im llebermaße vorhandenist, was wohl selten eintreffen möchte, so wird hier nur auflöslicher essigs.Kalk gebildet. Besser ist es, daß man einen solchen Wein abraucht, undaus dem gewonnenen Salze (Weinsteinkrystalle werden aus jedem Weine er-halten werden) die Essigsäure durch Schwefelsäure entbindet. Auch Magnesiawird zur Abstumpfung der Saure angewandt; diese Verfälschung wird aber