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Vanill»
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Die Vanilleschote ist 5 —6 Zoll lang, gerade, cylindrisch, doch etwaszusammengedrückt, in der Mitte etwas verdickt, an beiden Enden verschmä-lert, und daselbst gekrümmt, der Lange nach (durch da« Austrocknen) runzlig-gefurcht, röthlichdraun, schimmernd, auf der Oberfläche fettig anzufühlen,zwar biegsam, aber doch zerbrechlich. Von außen ist sie öfters mit einemweißen, krystallinischen, nadelförmigen Anfluge von Benzoesäure überzogen,inwendig enthält sie ein weiches, öliges, schwärzliches Mark, und eine großeMenge kleiner, schwarzer, runder und glänzender Saamen. Die Vanille hateinen äußerst angenehmen, gewürzhaften, 'eigenthümlichen, dem Perubalsamahnlichen Geruch, einen fettigen, gewürzhaften, säuerlichen, angenehm balsa-mischen Geschmack.
Es giebt noch andere Sorten Vanille, von Spielarten der Pflanze ein-gesammelt, die sich zum Theil durch ihre größere Dicke bei geringerer Länge,durch theils schwärzliche, theils weißliche, nicht glänzende Farbe, durch dengeringer» Wohlgeruch snach peruuianischem Balsam, mit welchem sie überstri-chen worden) und dadurch unterscheiden, daß sie mehr gerundet und mehrkrumm gebogen sind, als die ächten. Auch soll verfälschte Vanille vorkom-men; wenn nämlich die Früchte am Stocke zu reif werden, so springen sieauf und lassen eine balsamische Flüssigkeit ausfließen, welche an der Luft dickwird und ein wahrer Vanillebalsam ist, der aber nicht bei uns bekannt ist.Die Vanille, aus welcher derselbe geflossen, ist begreiflich von weit geringe-rer Güte, als die andere, dessenungeachtet wird sie von den dortigen Ein-wohnern unter dieselbe gemengt, nachdem sie mit einem fremdartigen Stoffeangefüllt, und die Oeffimng verklebt oder zugenäht worden, was jeneLeute sehr geschickt bewirken. Man muß daher die Schoten genau besich-tigen.
Das ätherische riechende Princip scheint wohl der vorzüglich wirksameNestandtheil der Vanille zu seyn, doch ist es nicht gelungen, ein ätherischesOel in Substanz zu erhalten, obgleich das Destillat den Nanillegeruch besitzt.Das ölige Mark läßt auf dem Papier einen Fettfleck zurück. Der Weingeistzieht die ganze Kraft der Vanille aus, und hinterläßt beim Abdampfen einschmieriges Harz.
C. F. Bucholz (Vuchn. Repert. II. S. 254.) erhielt auch nicht ein-mal ein riechenes Destillat, und weil der Geruch auch nicht bei bem Destil-lationsrückstande vorgefunden wurde, so glaubt er, daß das riechende Prin-cip bei der Destillationsivärme zerstört worden sey. Als Resultate der Zer-legung von 500 Th. Vanille werden folgende Bestandcheile angegeben:Ertractwstoff 84; Ertractivstoff, durch Aetzkali ausgezogen, 354; Extractiv-stoff, chinaartigcr mit Benzoesäure 45; süßer Ertraetwstoff 6^; zucker-artige Materie mit Venzoösäure 304Z; Gummi 56; Gummi, durch Aetzkaliausgezogen, 29^; fettartiges, in absolutem Alkohol auflösliches Oel 54i;Harz IN; Benzoesäure mit Extractivstoff 5^; amylumartigcr Stoff 14^;Faser 100. 8. --- 47N4.
Die Asche der unauflöslichen Faser der Vanilleschoten besteht aus kohlens.