Hliccinum
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Feuer bis zum Glühen des Retortenbodcns verstärkt, so subliwirt sich einegelbe, wachsähnliche Substanz, welche von dem anhängenden Oele durchKochen mit Wasser, Schmelzen und Bebandeln mit Aether gereinigt, gelbeglimmerartige Blattchen bildet, die weder in Wasser noch in Alkohol, undkaum in Aether, in Alkalien und den meiste» Säuren löslich sind, bei -^ 70bis 80 ° R. schmelzen und mit Zurücklaffung einer holzigen Kohle subli-miren (Vogel's Bernsteincampher).
Der gegrabene Bernstein ist von demjenigen, welchen der See auswirft,nicht wesentlich verschieden, nur pflegt an dem erster«» häufiger eine Krusteund diese auch dicker als an dem letzteren zu seyn, bei welchem die Oderstächedurch Wasser und Sand abgerieben wird; auch soll der gegrabcne Bernsteinhäusig spröder seyn. Nach einer Bemerkung von Lichtenberg giebt aberauch der gegrabene Bernstein eine reichere Ausbeute an Bcrnsteinsaure, alsder von der See ausgeworfene. Dieses scheint für die Annahme zu sprechen,daß ein Nheil der NernstcinsHure, derjenige nämlich, welcher ohne Zusatz vonSchwefelsäure bei der trocknen Destillation erhalten wird, in dem Bernsteinim freien Zustande vorhanden sey, und daher vom Wasser zum TKeil ausge-waschen werden könne (Vergl. S. 13.). Auch die Menge des Bernsteinöls sollnach den verschiedenen Sorten Bernstein verschieden ausfallen.
Ähnlichkeit mit dem Bernstein haben der Mcllit oder Honigftein undder Kopal. Erster« ist nicht in der Hitze schmelzbar. Der Kopal ist weni-ger spröde, zeigt auf Kohlen einen terpenthinartigen Geruch, und ist scharfgetrocknet in absolutem Alkohol auflöslich. Nach Hauy unterscheidet er sichdadurch, daß ein Stück Kopal an die Spitze eines Messers gesteckt zu bren-nen anfängt, und dabei in Tropfen zerschmilzt, dle beim Niederfallen breitwerden; brennender Bernstein dagegen sprüht Funken, bläht sich auf, undwenn seine flüssigen Theile tropfenweise herabfallen, so hüpfen sie von derFlache, auf welche sie fallen, wieder etwas in die Höhe.
Nach einer Analyse des im Hennegau gefundenen Bernsteins von Dra-piez (Gchw. I. XXX. S. 114.) enthalten 100 Th.: gasförmige Flüssig-keit und zwar ölerzcugendes Gas (nach Gewicht) 1,40; Bernsteinsäure 4,65;Essigsäure 1,15; flüssiges Oel 16,50; zähes Oel 24,00; festes Oel 7,20;vom Schwefeläther aufgelöstes Oel; kohligen Rückstand 39,50; Verlust 2,,0.Werden diese verschiedenen nächsten Bestandtheile auf ihre letzten Elementeberechnet, so bestehet der Bernstein aus: Kohlenstoff 80,59; Wasserstoff 7,31;Sauerstoff 6,73; Kalkerde 1,5t; Thonerd« 1,10; Kieselerde 0,63. 8.— 97,90.
Ure giebt folgendes Verhältnis; der letzten Bestandtheile an: Kohlenstoff70,68; Wasserstoff 11,62; Gauerstoff 17,??. 8. — 100.
Zum pharmaceutischen Gebrauche bedient man sich vorzüglich der klei-nern Stücke, auch des Abfalls bei der Bearbeitung des Bernsteins durchDrehen und Schneiden, des sogenannten Bernstcingruses (H»«uru 8uo«„i,8ueeinu„i i»8u»tmn), vorzüglich zum Räuchern. Dieser Bernsteingrus istjedoch bisweilen mit zerkleinertem Kolophonium verfälscht, welche Verfälschung