Huercuz
701
Fuß im Umfange in Deutschland gefunden hat. Bei Wehlau in Ostpreußenist eine Eiche gewesen, welche 27 Ellen in Umfange hatte, und in deren hoh-len Stamme sich ein Reiter mit seinem Pferde, ja der Markgraf Albrechtmit seinem Sohne zu Pferde herumtuinmelten. Die Knospen sind eiförmig,km-z und stumpf; die Blatter sehr kurz gestielt, gewöhnlich kleiner und tiefereingeschnitten. Die weiblichen Blüthen sind gestielt; die Früchte find walzen-förmig und stehen auf langen, dünnen und runden Stielen, welches alsHauptcharakter dieser Art zu betrachten ist.
Von beiden Eichenarten wird die Rinde der jüngeren Aeste wegen ihresreichen Gehaltes an Gcrbestoff (Tannin), als ein stark adstringirendes Arz-neimittel angewandt. Diese Rinde ist äußerlich bräunlich-aschfarbig, hin undwieder mit weißlichen Flechten bedeckt, und auf der innern Seite weißgelblich,getrocknet braunroth, Ihr Geschmack ist nur unbedeutend bitter, dagegenstark zusammenziehend, Hintennach süßlich. Die gefurchten, rissigen, frisch brau«nen und gewöhnlich ganz mit Moos bedeckten Rindenstücke von alten Aestenund vom Stamme sind von minder kräftiger Wirkung.
Ein concentrirtcr Aufguß der Eichenrinde hat ein spec. Gew. von 1,05,schmeckt stark zusammenziehend, röthet das Lackmuspapier. 200 Gran diesesAufgusses gaben in Dany's Versuchen 1? Gran Rückstand, wovon 14 Ger»bestoff waren. Die nach Fällung des Gerbestoffes rückständige Flüssigkeitröthete schwach das Lackmuspapier, fällte die Zinnauflösung mit fahler Farbe,und die Eisenauflösung schwarzblau.
Mit den concentrirten Sauren und kohlensauren Laxgensalzen entstehtein dicker Niederschlag von fahler Farbe; auch durch Kalk-, Baryt- undStrontianwasser wird der Aufguß reichlich gefällt. Mit Thonerde, Kalkerdeund Talkerde eine Zeitlang gekocht, verliert er seine ganze Wirksamkeit aufEisensalze und Gallerte, und wird fast ganz ungefärbt. Durch Erhitzungmit kohlens. Kalk- und Talkerde wird dagegen der Aufguß dunkler als vor-her, und wiewohl er die Eigenschaft verloren hat, die Gallerte zu fallen, sogiebt er doch mit Eisensalzen starke oliuenfarbene Niederschläge.
Die Farbe des Niederschlages mit der Gallerte ist anfänglich bräunlich,wird aber an der Luft viel dunkler, und besteht, einer ungefähren Schätzungnach, aus 59 Leim und 41 Gerbestoff.
Davy suchte vergebens Galläpfelsäure rein aus der Eichenrinde dar-zustellen. Welchen Einfluß das Alter und die Jahreszeit auf den Gehaltder Eichenrinde an Gerbestoff haben, beweisen die Resultate aus vergleichen?den Versuchen, Nach Davy gab eine Unze von der weißen innern Rinde<dic überhaupt der an Gerbestoff reichste Theil der Rinde ist) 103 Granfesten Rückstand, der 72 Gran an Gerbestoff enthielt. Eine Unze Rinde voneiner jungen Eiche gab 111 Gran Rückstand und 77 Gran Gerbestoff. DieRinde einer im Winter gefällten enthielt nach Biggins 30 Gerbestoff,wogegen dieselbe Menge Rinde von einer im Frühlinge gefällten Eiche 103Gerbestoff enthielt.
An Eitract wird ohngefähr ^ erhalten.