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Orlean
gebraucht. Auch hängt man ihn in das Bier/ um es starker zu machen unddas Sauerwerden desselben zu verhüten.
* Orlean. Orlean.
Jux» Ni-elwn», I^inn. Orleanbaum.
I^.inu. ci. XIII. l'nhimäi-i». Nr6. 1. IVIanoFj'n!».^U88. (.1. XIII. Ur<I, 18. ^i>wcel»e.
Dieser schöne Baum ist in den Wäldern von Südamerika, als Brasilien,Mexiko, einheimisch, wird auch mit Fleiß angebaut. Er ist von mittelmäßi-ger Größe, hat herzförmige, zugespitzte Blatter und traubcnförmige Blume».Die Früchte sind zweiklappige borstige Kapseln, welche die Saamen in einemklebenden rothen Marke eingeschlossen enthalten. Letzteres ist der Orlean.Um diesen zu erhalten, zerquetscht man die Früchte in Trögen, setzt Wasserzu und läßt sie einige Tage stehen. Es entsteht eine Art fauler Nahrung,man bringt jetzt die Masse auf Siebe, der Orlean geht nun mit dem Wasserdurch, und setzt sich ab; das Waffer wird abgegossen, und der Orlean soweit im Schatten getrocknet, vis er eine weiche knetbare Masse bildet, diein kleinen Broden nach Europa geschickt wird.
In Santa F« de Bogota wendet man eine bessere Methode an, dieein reineres Produtt liefert. Die Körner, um welche der Orlean sitzt, «er-den unter Wasser gegen einander gerieben, so daß sie ganz bleiben; auf dieseArt wird der Orlean abgesondert, ohne den Schleim, welchen die Saamenin ihrem Innern enthalten, aufzunehmen. Man läßt ihn absetzen und gießtdas Wasser ab. Die so erhaltene Substanz heißt im Lande Achiote !,»d er-setzt in der Haushaltung den Safran. Durch Trocknen wird sie dunkler,nimmt einen schwachen unangenehmen Geruch an, und ist geschmacklos. BeimErhitzen wird der Orlean weich, entzündet sich und brennt mit vielem Rauche,eine glänzende leichte Kohle hinterlassend.
Wasser löst nur wenig vom Orlean auf und erhält eine blaßgclbe Farbe.Alkohol löst den größten Theil auf; die in der Kälte bereitete Auflösung hateine schöne Orangenfarbe. Durch freiwilliges Verdunsten erhält man diefärbende Substanz in pulverigem Zustande. Schwefeläther löst den Orlean»och leichter; die Lösung ist orangcroth. A'etzkali, kohlens. Kali und Natronlösen ihn in beträchtlicher Menge auf; die Lösungen sind sehr dunkclroth.Sauren schlagen daraus den Orlean in sehr fein zertheilten Flocken nieder.Chlor entfärbt die alkoholische Losung des Orleans schnell, die Flüssigkeitwird weiß und milchig. Salzsäure und Essigsäure üben keine merkbaren Wir-kungen darauf aus, aber Schwefelsäure erzeugt damit merkwürdige Verän-derungen. Bringt man concentrnte Schwefelsäure mit gepulvertem Orleanzusammen, so wandelt sich die röche Farbe schnell in ein schönes Indigvlau,diese Farbe geht nach und nach in Grün über, und nach 24 Stunden ist sieviolett. Der Orlean zeigt also seine Aehnlichkeit mit dem Safrangelb (Po-lychroit). Salpetersäure wirkt bei gewöhnlicher Temperatur wenig auf denOrlean, sie ertheilt ihm eine grüne Farbe, welche bald in Gelb übergeht.