Druckschrift 
1 (1828) Einfache Mittel
Entstehung
Seite
503
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Indiz»

503

Schwefelsäure erfodert 12 — 24 Stunden dauernde Velührung und Schütteln,beim Rühren und Schütteln der Masse wird der Indig als ein blauesPulver gefallt, das sich nach Nucholz (Gehlen's I. UI. S. 3.) auch nichtmehr in rauchendem Vitriolöle auflöst, nach Gmelin jedoch von reinemWasser mit blauer Farbe aufgelöst wirb. Die wasserfreie Schwefelsäurewirkt besonders kräftig, so daß ein Zusatz von nordhauser Vitriolöl zu eng-lischer Schwefelsäure die Auflösungskraft der letzteren sehr befördert. Wirddie schwefelsaure Indigauflösung mit kohlensaurem Kali (oder Kalke) neu-tralisirt, so bleibt sie blau und läßt nur einen Theil des veränderten In-digs, den Cr um (Schw. N. I. Vi». 18?Z. S. LZ.) Cerulin nennt, als einblaues Pulver, blauen Karmin, fallen. Die Verbindung des Indigs mitder Schwefelsäure kann also durch die Alkalien und alkalischen Erden nurzum geringen Theile zersetzt werden. Eine ganz gleiche Fällung bewirken aberauch mehrere Neutralsalze, als Salmiak, Kochsalz, Glaubersalz, Alaun :c.

Wird die Einwirkung der Schwefelsäure auf den Indig unterbrochen,sp entsteht nach Cr um eine neue Substanz, von ihm Phönicin genannt,welche durch Zusatz eines Salzes, als salzsauren Kalis, mit schöner purpur-rot!)« Farbe präcipitirt wird. Auch durch Alkohol wird nach Cr um dieWirkung der Schwefelsäure auf merkwürdige Weise modificirt, nämlich dieFarbe des Indigs wird in Gelb umgeändert, und die Auflösung kann durchstarkes Papier filtrirt werden.

Der Indig ist unauflöslich in Wasser, verdünnter Schwefelsäure, Salz-säure und den übrigen, den Indig nicht zersetzenden Säuren, i» den wäß-rigen Alkalien, Aether und flüchtigen Oelen. Erhitzter Weingeist löst nachCheureul eine geringe Menge mit schön blauer Farbe auf; beim Erkaltenfällt er aber allmülig fast vollständig nieder. Mit reinem Kali und Natrongiebt der Indig eine blaue, allmülig ins Grüne und Farblose übergehendeLösung. Der Indig wird aber in den Zustand des farblosen Indigs durchsolche Stoffe übergeführt, welche ihm Sauerstoff entziehen, als Wasserstoff(Pleischl in Schw. I. XXV. S. 363.), Hydrothionsäure, hydrothionsauresAmmoniak, Schwefelarsenik, Eisenvitriol, salzsaures Zinnoxydul, und an-dere der Fäulniß fähige organische Substanzen, als Waid, Wau, Kleie :c.Da nun der Indig in diesem Zustande mit Alkalien sich verbindet, sich mithinhier, wo ihm durch die genannten Stoffe Sauerstoff entzogen worden ist,wie eine Säure verhält, so erhält er als Nase in der schwefelsauren Auf-lösung mehr Sauerstoff wie als Säure (Thomson in Schw. N. I. 1.S. 482.). Döbereiner hält den durch Kali, Kalk (in der Küpe) veränder-ten Indig für eine der Blausäure ähnliche Wasserstoffsäure, und nennt die-selbe Isatinsäure. Hat der grüngesärbte Indig Gelegenheit Gauerstoff an-zuziehen, so nimmt er wieder die blaue Farbe an. Auf diese Eigenschaftgründet sich die Art und Weise, wollene und baumwollene Zeuche dauerhaftblau zu färben. Man bringt den Indig nämlich mit Pflanzenstoffen, dieihm durch eine anfangende faule Gährung Sauerstoff entziehen, oder mitMetallsalzen auf der niedrigsten Orndationsstufe in Begleitung von Alaun,