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tonnen, von einem unangenehmen, einigermaßen moschusartigen, jedoch schwa-chen Gerüche, und äußerst bitterm, lange anhaltendem Geschmacke.
Pfaff (Syst. d. 5Iüt. me<1. II. S. 38.) bemerkte bei der Analyse einegroße Übereinstimmung der Ignazbohnen mit den Krähenaugen; diese istdurch die neuere Analyse der Herren Pelletier und Caventou außerallen Zweifel gesetzt worden. Diese Chemiker (Schw. I. XXV. S. 410. u.XXVIll. S. 32.; Gilbert's Annalen N. F. XXXIII. S. 266.; Verl. Jahrb.1820. S. 206. u. Buchn. Repert. Vll. 2. S- 169.) behandelten die geras-pelten Ignazbohnen im papinianischen Topfe mit Schwefelather, welcher einfettes Oel von butterartiger Consistenz und schwach grünlicher Farbe auszog.Im geschmolzenen Zustande war dieses Oel, welches für rein gehalten wurde,durchscheinend und bewirkte unter Starrkrämpfen den Tod der Thiere. DerRückstand von dieser Behandlung wurde mit Alkohol ausgezogen, welcherkochend filtrirt, eine geringe Menge wachsartiger Materie absetzte, und durchFiltriren davon getrennt, und abgeraucht ein gelblichbraunes Extract zurück-ließ, welches in Wasser aufgelöst eben s« wie jenes Oel giftig auf die Thierewirkte. Die Verf. glaubten anfangs, daß die giftige Wirkung einem kleinenAntheile Oele zuzuschreiben sey, und wirklich konnten sie noch etwas davontrennen, jedoch behielt das Extract noch immer seine heftige Wirkung. Umdie extractartige Materie gänzlich von der bittern zu trennen, wurde «ineconcentrirte Lösung derselben mit Aetzkalilösung in Berührung gebracht: aufder Stelle entstand ein reichlicher Bodensatz, welcher mit kaltem Wasser,worin er unauflöslich war, ausgewaschen, eine weiße krystallinische, außer-ordentlich bittere Materie darstellte. Die alkalische Flüssigkeit enthielt allefärbende Materie und eine Säure.
Die krystallinische Materie stellte die durch Säuren gerötheten blauenPflanzenfarben wieder her, und äußerte auf den thicrischcn Organismus furcht-bar heftige Wirkungen. Es war also nicht länger zweifelhaft, daß dieseSubstanz als das wirkende Princip der Ignazbohnen zu betrachten sey. Siefand sich auch in der fettigen Materie, welche durch Kochen mit salzsauremWasser davon befreit, keine giftigen Eigenschaften mehr zeigte.
Die bittere krystallinische Substanz, zweckmäßig Strychnin genannt,mußte sich auch in den Krähenaugcn finden, welche Vermuthung durch dieErfahrung bestätigt wurde.
Das durch Krystallisation aus der geistigen mit wenig Wasser verdünn-ten Lösung gewonnene Strychnin stellt fast nur mikroskopische Krnstalle dar,vierseitige Prismen mit vierseitigen pyramidalen Endspitze». Bei einer schnel-len Ausscheidung erscheint dasselbe weiß und körnig. Der Geschmack ist uner-träglich bitter, Hintennach etwas analog dem von Metallsalzen. Es ist ge-ruchlos. An der Luft erleidet es keine Veränderung. Es ist weder schmelz-bar, noch unverändert zu verflüchtigen, vielmehr wird es durch die Hitze ver-kohlt, und zwar schon bei 312 — 315 ° C. In Wasser ist es beinahe un-löslich, scheint auch kein Hydrat zu bilden. Bei 10 ° Temperatur erfodertes 6657, in der Siedehitze 2500 Th. Wasser zu seiner Auflösung; bei