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1 (1828) Einfache Mittel
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Diese ausdauernde Pflanze wichst durch ganz Europa, und findet sichvorzüglich in schattigen Wäldern und Gebüschen, an alten Mauern und zwi-schen bemooste» Felsen.

Die Wurzel, Iohanniswurzel, Iohannishand, liegt flach und horizontal,ist holzig, kriechend und mit vielen kleinen, hautigen Schuppen und Fasernbesetzt. Die Blätter oder Wedel sind anfangs spiralförmig gewunden, undrollen sich nach und nach in die Höhe steigend auseinander. Sie sind aus-gebreitet, grün, doppelt gefiedert, l — 2 Fuß lang, 5>nd haben Stiele, die,so wie auch die Hauptrippen, der Länge nach mit kleinen, trocknen, häuti-gen Schuppen dicht besetzt sind. Die größern Blättchen sind lanccttförmigund minder gefiedert, die kleineren sind am Grunde fast zusammenfließend,länglich, stumpf, nehmen gegen die Spitze an Größe ab, und bilden zusani-men eine Pyramide. Die Frucht besteht in kleinen, bedeckten, mit einemelastischen Ringe umgebenen Kapseln, die in nierenförmige, auf der Rückseiteder Nlättchen in zwei Linien gedrangt stehende Häufchen vereinigt sind.

Die Blüthezeit ist Juni bis September.

Das Wachsthum der Pflanze yeschieht auf folgende Weise: Der Wur-zclstock wachst nur an der Spitze vorwärts, und macht einen oder an-dern Nebenast. 3 bis höchstens 6 Stück Laub entfalten sich in der Spitzezweimal im Jahre; sobald diese im folgenden Frühlinge vertrocknen, bleibtauf dem Wurzelstock nur der untere etwas verdickte Theil des Strunkes ste-hen, und bekleidet den ganzen Wurzelstock. Dieser verdickte Theil des Strun-kes enthalt eine markige Substanz, die der eigentlich wirksame Bestandtheilist. Diese Ueberbleibsel des Strunkes haben aber nur in dem jährigen undvorjährigen Zustande den Geschmack und die Wirksamkeit, die übrigen alternsind kraftlos und schmecken nur etwas zusammenziehend. ,

Die Wurzel ist länglich, gegen 6 Fuß lang, bis 3 Zoll dick und bestehtaus vielen länglich-eirunden Knoten oder Dornen, die mit rostfarbigen Schup-pen bedeckt sind. Nach unten hin treibt sie viele schwarzbraune Fasern, undhat fast das Ansehn eines geflochtenen Zopfes. Im frischen Zustande hat sieauswendig eine grünlich-schwarzbraune, und inwendig eine grünlich- oder gelb-lichweiße Farbe, und markige Beschaffenheit; getrocknet aber ist sie außendunkelbraun, etwas ins Röthliche spielend, und innen bleich braunlichgelb.Der Geruch der frischen Wurzel ist schwach, etwas erdig und widrig, derGeschmack ekelhast, anfangs süßlich und schleimig, dann aber bitterlich herbeund einigermaßen zusammenziehend. Die Wurzel soll nach Einigen imSpätherbste gesammelt unwirksam seyn, und daher in den Sommermonatengesammelt, schnell getrocknet, und an einem trocknen Orte aufbewahrt wer-den. Sie muß auf dem Bruche ein pistaziengrünes Ansehen und einen virö-sen Geruch haben. Zwei bis drei Jahre reichen hin, das wurmtreibendePrincip derselben zu zerstören, schon wenige Monate nach dem Trocknen istdas Verhältniß desselben in der Wurzel nicht mehr dasselbe. Das Pulver,