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Die lange, dünne, kriechende Wurzel ist faserig, weißlich und treibtmeistens mehrere Blumenschafte. Diese erscheinen vor den Blättern (diePflanze hieß daher auch vormals liliu« mit« rmtrei»), sind einfach, einblu-mig, röhrig, aufrecht, weißlich-wollig, mit lancettförmig-spitzigen Schuppenbedeckt und 4 — 6 Zoll hoch. Die Blumen sind goldgelb, im Strahle bläs-ser, und abgeblüht gewöhnlich überhängend. Der Kelch ist einblättrig, unddie zusammengesetzte Blumenkrone verschieden. Die Blüthen sind nämlichentweder alle Zwitterblumen, oder nur die, welche sich in der Scheibe be-finden.
Die Blüthezeit ist März bis April. Die Blumen öffnen sich nur anheitern Tagen, des Nachts und bei trübem Wetter sind sie geschlossen.
Erst nachdem diese verblüht sind, kommen die ziemlich großen Blatter(Wurzelblatter) hervor; sie sind langgestielt, auf der Oberfläche hellgrün,glatt und mit rothen Adern durchzogen, unten aber weißfilzig. Sie werdenim Anfange des Sommers gesammelt, sind fast geruchlos und von einemschwach zusammenziehenden, etwas schleimig-bit.erlichen Geschmacke.
Bisweilen werden sie mit den jungen Blättern des großblättrigen Huf-lattigs ('l',i«8iwzn ?et»8ite» I^inn.) verwechselt; diese sind aber auf derOberfläche dunkelgrün, unten mit feinen Härchen besetzt, auch nicht ganz soweiß und herzförmig-rund, am Rande ungleich gezahnt, am Blattstiel mehrals herzförmig eingestielt und viel größer.
Das gelind bitterlich schmeckende Infusum des Huftattigs wird vonschwefelsaurem Eisen etwas dunkel gefärbt.
Der Huftattig wird im Aufgusse oder als Thee gegen chronische mit Hu-sten verbundene Lungenentzündungen (daher der Name 'lu»ziIaZ<,) verordnet,geht auch in die officinellen Brustspecies ein.
l'el wuri. Ochsengalle.Ü08 ^s»uru8 Iiinn.
Die Galle ist eine Absonderung, welche zur Verrichtung der Verdauungs-organe bei sehr vielen Thieren wesentlich zu seyn scheint. Sie ist in einerBlase enthalten, und hat eine zähe klebrige Beschaffenheit, eine im durch-scheinenden Lichte gelblichgrüne, im zurückgeworfenen Lichte braune Farbe,einen eigentümlichen thierisch-aromatischen Geruch, und einen ekelhaft bitternGeschmack. Sie braust weder mit Alkalien noch mit Säuren auf, und ver-bindet sich mit fetten Oelen, nicht aber auf gleiche Weise mit den ätherischen.
Nach Berzelius besteht die Galle aus: Wasser 907,4; Gallenstoff(^»tei-ia NM», Thenards Pikromel) 80,0; Schleim der Gallenblases,ll; Alkalien und Salzen, die sich in allen secernirten Flüssigkeiten finden,9,6. 8, ^ 1000.
Um den Gallenstoff darzustellen, entfernt man zuerst den Schleim aus derGalle durch verdünnte Schwefelsäure, dann wird die Galle erwärmt und miteiner neuen gehörigen Menge von Schwefelsäure behandelt, wodurch eine