Druckschrift 
1 (1828) Einfache Mittel
Entstehung
Seite
167
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

(!lrj6^),it

167

Oiijeput. Das Oel. Cajeputöl.Es wird in Ostindien aus den Aesten und Blättern von Nol».- leuo» I^oueaäenäron I^inn., einem dort einheimischen kleinenBaume, durch Destillation bereitet.

Ein ätherisches dünnflüssiges, gemeiniglich grünes, seltenergelbliches Oel, von camvhercirtigem Wohlgeruche. scharfem undgewürzhaftem Geschmacke. Spec. Gew. 0,92«. Das kupfer-haltige darf nur, um das rectisicirte Oel daraus zu bereiten, oderzum äußerlichen Gebrauche angewendet werden.

Melcltüue» I^tüicaltenäi'oi,. Weißstammiger Cajeputbaum.^ini,. ci. XVlll. r<>Ixaä«!>)!>w «l<t. 4. pulx^näril».^u««. Ol. XIV. 0r<t. ?. IV^rti.

Der Cajeputbaum wächst auf mehreren Inseln des ostindischen Archi-pels, besonders auf Celebes, Amboma, Büro und Cerama, wo er, beson-ders auf den zuletzt genannten Inseln, nach Rum pH ganze Berge bedeckt;er kommt hier einzeln, so daß er nie dichte Walder bildet, an sonnigen Or-ten auf kiesigem Thonboden vor.

Der Stamm erreicht die Dicke eines Mannes, und eine Höhe von 50Fuß; das Hotz ist graulichweiß, fest und schwer; seine Rinde ist weiß, un-serer Birke ähnlich, ihre Epidermis reißc wie bei dieser auf, und rollt sichspiralförmig zurück. Um untern Theile sind die Stämme zuweilen schwarz,wie verkohlt, wodurch dieser Baum ein ganz eigenes Ansehen gewinnt. Dielangen nackten und gekrümmten Aeste bilden eine lichte unansehnliche Krone.Die BlHtter sind in der ersten Jugend mit einem weißen seidenartigenHaarüberzuge bedeckt, im erwachsene» Zustande vollkommen glatt, fest undtrocken; sie sind lancettförmig, ungefähr 4 Zoll lang und 810 Linienbreit, gclblichgrün und mit fünf weißlichen Nerven durchzogen. Die weißli-chen Vlüthen stehen in Aehren auf besondern Aestchen, die aus den Winkelnder obern Blätter entspringen, und sich nach der Blüthe wieder in Blatte«entfalten; sie sitzen zu zwei bis drei ohne Blüthenstiele beisammen. Die Fruchtist eine runde, graue, etwas bauchige, abgestutzte Kapsel, dreifächerig undmit zahlreichen, spreuartigen, länglichen und eckigen Saamen angefüllt.

Die Blätter und die Früchte dieses Baumes geben bei der Destillationdas Cajeputöl. Es ist leichter als Wasser, und besitzt einen eigenthümlichenaromatischen, starken, nicht unangenehmen Geruch, und einen feurigen, zu-letzt kühlenden Geschmack. Die grüne Farbe des Ocls rührt zuweilen vonKupfer her, doch versichert Thunberg ausdrücklich, daß das ächte Oeleine grasgrüne Farbe habe, und auch Pfaff bezeugt, ein vortrefflichesQel von blaßgrüner Farbe gehabt zu haben, welches ohne einen Fleck aufdem Papiere zu hinterlassen über glühenden Kohlen verdampfte. Viele Schrift-steller versichern, daß die grüne Farbe zufällig sey, und von kupfernen Ge-