Druckschrift 
1 (1828) Einfache Mittel
Entstehung
Seite
123
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^8^K»ItUIN

123

Berggruben Frankreichs und anderer Länder Europas vor-kommend.

Dichte, zerbrechliche, schwarze, beim Reiben braune, auf demfrischen Bruche glänzende, an der Flamme nachdem Schmelzenmit einem bituminösen Gerüche verbrennende Stücke. Man sehedarauf, daß es nicht mit festem Peche verunreinigt seh, was durchdie Auflösung in Alkohol erkannt wird.

Dieses Erdharz findet man in weichem ober flüssigem Zustande auf derOberstäche des tobten Meeres. Das Wasser dieses Sees ist so reich anSalzen, daß es die spec. Schwere von >,L5 erreicht, daher der Asphalt,der im trocknen Zustande schwerer als Wasser ist, auf diesem schwimmendsich erhält. Der Geruch dieses schwimmenden Erdharzes soll, wie man ehe-dem behauptet hat, so stark seyn, daß die über den See hinfliegenden Vö-gel getödtet werden, so daß davon der Name „das tobte Meer" hergeleitetwurde; mehr scheint aber dieser Name von der Unfruchtbarkeit der Uferentstanden zu seyn. Man findet aber das Erdpech auch auf einigenLandsccn in China, im südlichen Asien und Europa, in Amerika und beson-ders auf der Insel Trinidad. Es wirb ferner auch in einigen Gebirgsge-genden, auf den Karpathen, in Frankreich, Neufchatel, Sachsen, Danemark,Schweden, Sibirien u. f. w. ausgegraben.

Der Asphalt ist an sich geruch- und geschmacklos, beim Reiben aber,durch welches er Harzelektricität erlangt, entwickelt er einen empyreumati-schen Geruch nach Steinöl, den er angezündet, wo er mit lebhafter Flammeund starkem Rauche verbrennt, ohne (besonders der auf Seen schwimmendgefundene) einen merklichen Rückstand zu hinterlassen, noch mehr erkennenläßt. In Wasser ist der Asphalt unauflöslich, der Neingeist zieht nur einegrünliche Farbe heraus, und der Aether ist ohne merkliche Wirkung darauf.Mit rauchender Salpetersäure braust er auf, durch längere Behandlung damitwird er in künstlichen Gerbestoff verwandelt.

Durch trockne Destillation erhält man aus 16 Unzen beinahe 12 Unzeneines braunschwarzen cmpyreumatischen Oels (Nleuin ^»pllalti), welches ei-nen sehr widrigen Geruch besitzt, und mit dem Braunkohlenöl (UI«un> l>>.tuinlni« Iit!,Hntl>!'»e>8) fast übereinkommt. Aus 1Ut> Gran Asphalt erhieltKlaproth bei der trocknen Destillation: bimminöses Qel 32 Gran; schwachammoniakalisches Wasser 6; Kohle 30; 'Kieselerde 7?; Thonerde 4^; Kalk-erde ^; Eisenoxyd 14; Manganoxyd 4 Gran und 36 Kubikzoll gekohltesWasserstoffgas.

Der im Handel vorkommende Asphalt ist gemeinhin mit Pech vermischt,welche Verfälschung sich an der Auflöslichkcit des Pechs in Alkohol erkennenläßt. Er zeigt sich daher auch in seinen Eigenschaften verschieden, und istdeswegen, so wie auch das Oleum ^8p!>2lti, fast ganz außer Gebrauchgekommen.