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eintritt. Es ist übrigens viel weniger empfindlich, als die Tinctur; da in-deß die Lackmustinctur leicht verdirbt, so findet das Lackmuspapier, wenngleich weniger empfindlich, doch häufigere Anwendung. Durch Kohlensäureoder Blausäure geröthet nimmt das Papier in kurzer Zeit seine blaue Farbewieder an, ebenso durch Essigsäure, jedoch erst nach «inigen Tagen.
(AiÄtta ex^Ioratoria rubolacta. Geröthetes Reagens-papier.
Blaues Reagenspapier werde durch destillirten Essig oderdurch sehr verdünnte Salzsäure roth gefärbt, dann getrocknet undaufbewahrt.
Die hellblaue, burch die angezeigten Sauren, oder auch durch sehrverdünnte Phosphorsäure gerothete Lackmustinctur ist ausnehmend empfind-lich für Alkalien, indem selbst eine 48,000fache Verdünnung einer Auflösungdes Kalks die blaue Farbe der Tinctur wieder herstellt. Doch wird dieselbeFarbenveränderung auch durch kohlensaure Erden, die im Wasser aufgelöstsind, hervorgebracht, eben so durch basische Metallsalze, z. B. durch basi-sches salpetersaures Bleioryd, basisches salpetersaures Quecksilberorndulu. s. w.
Von dem geröthetcn Lackmuspapier gilt dasselbe, was bei dem gewöhn-lichen Lackmuspapier angeführt worden.
Es sind auch wohl noch andere Reagentien für Alkalien im Gebrauche,nämlich:
Rhabarbertinctur und Rhabarbcrpapier. Erste« wird aus1 Th. gröblich zerstoßener Rhabarber mit ZO Th. Wasser bereitet und so-weit verdünnt, daß die Farbe hellgelb ist. Diese gelbe Farbe wird durchfreie Alkalien in die rothe verändert, die mehr oder weniger sich ins Braunezieht, aber auch dem Pfirsichblüthrothen sich nähert. Sie ist ein ungemeinempfindliches Reagens, und namentlich werden dadurch die schwächeren ve-getabilischen Laugensalze, die wenig mehr auf Veilchensaft, Attannatincturund selbst auf Kurkumetinctur wirken, angezeigt. Ein so verdünntes Kalk»wasser, daß nur noch ^„'^„ Kalk in demselben enthalten ist, bringt nocheben eine schwache Nöthung der gelben Tinte hervor, und für Aetzkali istdie Grenze der noch eben bemerklichen Farbenänberung die 150,000fache,für kohlensaures Kali die IW,UN0fache. Zweifach kohlensaures Kali undNatron, also alles dasjenige, was in Mineralwässern mit überschüssiger Koh-lensäure verbunden vorkommt, ist ohne Wirkung auf das Rhabarberpapier.Dieses muß nur hellgelb gefärbt seyn.
Kurkumetinctur und Kurkumepapier. Die Tinctur wirddurch Ausziehen der gröblich zerstoßenen Wurzel mit Weingeist bereitet, undbeim Gebrauche mit Wasser bis zur hellgelben Farbe verdünnt. Die Farbewird durch freies Laugensalz in das Braunrothe verändert. Sie gie'bt derNhabarbertinttur an Empfindlichkeit wenig nach. Pfaff hat das Kurku-