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2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
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l'itietura Kalina

den demnach lange als wesentlich von einander verschieden betrachtet, bisman endlich später einsah, daß sie sämmtlich bloß Auflösungen von Aetzkaliin Weingeist wären, die sich bloß durch das Mehr oder Weniger von Aetz-kaligehalt von einander unterschieden. Sie wurden daher auf die einzigejetzt noch gebräuchliche Kalitinctur zurückgeführt.. Bereits in der Mitte des 15, Jahrhunderts kannte Basilius Va«lentinus die Eigenschaft des Spießglanzkönigs, den Salpeter zu zerstö«ren, und er wußte, daß dabei ein sehr ätzender alkalischer Rückstand bleibe;auch wußte er ferner durch Digestion der gemeinen Spießglanzleber mitWeingeist die tartarisirte Spießglanztinctur (linetui, änti>moni! t»rt»ri«2t2) zu bereiten, und aus dem von der Verpuffung des Sal-peters mit Schwefelspießglanz bleibenden Rückstande durch Weingeist ein«Tinctur auszuziehen. 1722 lehrte Friedrich Hoffmann die scharfeSpießglanztinctur, die man auch in der Meinung, daß sie Spießglanzme»talltheile enthalte, regulinische Spießglanztinctur nannte, durchs Digerirendes alkalischen Rückstandes von der Verpuffung und Schmelzung gleicherTheile Salpeter und Spießglanzmetall mit Alkohol bereiten. Außerdem er-fand man noch nach und nach mehrere Bereitungsmethoden für die soge-nannte scharfe Spießglanztinctur, von welchen allen unter andern Chemi-kern bereits Mender 17Z8 zeigte, daß man dabei immer «ine und dieselbe«Italische Tinctur gewinne, und daß die auf den verschiedenen Wegen er-haltenen Tincturen sich allein durch den geringern oder größer« Kaligehaltvon unander unterschieben. 1764 beschrieb schon Meyer die Vorschrift, diescharfe alkalische Tinctur durchs Auflösen des Aetzkalis in Alkohol zu berei-ten, die später 1799 auch die Herausgeber der preußischen Pharmakopoegaben. Doch auch selbst nach gewonnener Einsicht über diesen Gegenstandging man, in der Meinung, daß die mit Salpeter und Spießglanzmetalldurchs Verpuffen oder Schmelzen bereitete alkalische Tinctur wirklich metal-lische Theile aufgelöst enthalte, von der altern Vorschrift nicht ab, z. B.der berühmte Spielmann 1766, Dehne 1776, die Herausgeber desVi8pen»»toi'>i Luruzsoül'anäendul'Zi« 1781, und die hier vorgeschriebe-nen Bereitungsweisen gingen in die mehresten chemischen und pharmaceu-tischen Lehrbücher über, bis durch die Herausgabe der preußischen Pharma-kopoe von 1799, und vorzüglich durch das Gewicht Klaproth's, einesder vorzüglichsten Verfasser derselben, die richtige Ansicht und die richtigeBereitungsweise allgemeine Gültigkeit erhielten.

Nach Vorschrift unserer Pharmakopöe werden 4 Unzen frisch bereitetestrockne« Aetzkali in einem erwärmten eisernen Mörser zu Pulver gerieben,und in 2 Pfund alkoholisirten Weingeiste« geschüttet. Frisches kohlensaure»freies geschmolzenes Aetzkali löst sich schon durch bloßes Schütteln in einige»Stunden unter beträchtlicher Erwärmung auf. Da jedoch die Tinctur voneiner rothbraunen Farbe verlangt wird, so wird mehrtägige Digestionswär»me mit aufgelegtem Helme und mit Vorlage angewendet, damit nicht dieDämpfe des starken alkoholisirten Weingeistes den Kolben zersprengen. Bei