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abhelfen kann, weil, 1« schmaler und höher die Glase innerhalb eines ge-wissen Verhältnisses wird, man um so mehr aus gegebenen relativen Men-gen von Pflanzensubstanz und Wasser die Menge des überdestillirenden Was-sers vermindern und die des Oels vermehren kann. Daraus folgt, daß diezum Branntweinbrennen am besten sich eignenden Destillirblasen, d. h. diesehr weiten und niedrigen, zur Gewinnung der flüchtigen Oele unvortheil-hoft sind, weil aus denselben das Wasser in einem zu großen Verhältnissegegen das Oel überdestillirt. Auch hat man versucht, in den nicht ange»füllten Thcil der Blase und des Helms den Pflanzenstoff, woraus das Oelbestillirt werden soll, in einen Sack von dünnen Leinen aufzuhängen, umauf diese Weise das Oel in den durchstreichenden Wasserdämpfen uerdun-sten zu lassen. Dadurch ist man vor aller Gefahr des Anbrennens sicher,wenn man nicht bis zur Trockne destillirt. Während der Destillation mußman für eine gute Abkühlung sorgen, das Wasser im Kühlfasse also immerrecht kalt halten, damit das Destillat gut abgekühlt in die Vorlage komme;bei einigen Oelen jedoch, als Anis-, Fenchelöl, darf das Kühlwasser nichtkälter als -j. 6 ° C. seyn, weil sonst das Oel im Kühlapparate erstarrt.Die Destillation wird so lange fortgesetzt als das Wasser milchig und trübeübergeht, und man wendet das Wasser, von dem man das gewonnene Oelabgesondert hat, bei der neuen Destillation mit einem Zusätze frischenWassers an, da es schon mit den Oeltheilchen getränkt ist, und daher einereichere Ausbeute gewährt. Ist eine hinreichende Menge ätherischen Oelsbereitet, so kann man das Wasser der letzten Destillation nebst der unterdem Oele befindlichen schleimigen trüben Flüssigkeit mit Vortheil in die ge-reinigte Blase zurückgeben, und bei ganz gelinder Destillation einen Theilwieder abziehen; mit den ersten Unzen des Destillats erhält man beinahedie ganze Menge des in der ganzen Quantität Wasser aufgelöst gewesenenOels. Manche Substanzen lassen bei der gewöhnlichen Siedehitze des Was-sers ihr ätherisches Oel nicht auf einmal fahren, z. B. die erotischen Ge-würze, als Gewürznelken :c., diese müssen dann, um alles Oel zu gewin»nen, einer bisweilen öfters zu wiederholenden, etwas lebhaft geleiteten De-stillation unterworfen werden. Bei Pflanzentheilen, die so wenig Oel ge-ben, daß man nichts anderes, als. eine Auflösung von Oel in Wasser er«hält, giebt man dieses Wasser auf eine neue Quantität von Pflanzen in dieBlase zurück, und setzt dies so lange fort, bis sich das Oel abscheidet.
Zur Absonderung des ätherischen Oels sammelt man die Destillate ineiner großen Vorlage, oder man bedient sich auch hierzu der sogenanntenflorentiner Vorlage. Dies ist eine konische, oben schmale und am Bodenbreite Flasche, die gleich über dem Boden einen Tnbulus hat. In densel-ben setzt man vermittelst eines durchbohrten Korkes eine Glasröhre, die sogebogen ist, daß sie neben der Flasche bis zu ^ ihrer Höhe aufsteigt, sichda in einen rechten Winkel von der Flasche abbiegt, und an dem Ende einek.eine Biegung nach unten bekommt, so daß sie diese Form hat: