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filtrirten Auflösungen werden zusammengemischt und mit einemhölzernen Spatel umgerührt, bann werden sie eine halbe Stundehindurch gekocht, mit heißem gemeinen Wasser verdünnt,und durch Leinwand colirt. Was auf der Leinwand zurückbleibt,werde ausgesüßt und bei gelinder Warme getrocknet.
Zu Anfange des 18. Jahrhunderts war unter dem Namen l>I»zne«i»Ulli» von einem Domherrn zu Rom ein weißes Pulver, das alle Krankheitenheilen sollte, verkauft worden, dessen Bereitungsart durchs Eindicken derSalpetermutterlauge, Ausglühen und Auslaugen des trocknen Rückstandes,der damalige kaiserliche Leibarzt Coserle zuerst in Deutschland bekanntmachte. Slevogt fand 1703, daß sich jene sogenannte Magnesia auchdurch Potaschenkali aus der Mutterlauge des Salpeters abscheiden lasse.Friedrich Hoffmann machte 1722 Versuche über diese weiße Magnesiabekannt, that auch den Vorschlag/der jedoch nicht benutzt wurde, die Mut»terlauge des Kochsalzes zur Gewinnung der Magnesia anzuwenden. Dienoch immer allein aus der Mutterlauge des Salpeters gewonnene unreineMagnesia, aus Magnesia, Kalk und Gyps bestehend, führte den NamenNl»A»e«i» nitri, und wurde für Kalkerde gehalten. Im Iohr 1755 be-schrieb Black sein Verfahren, die Magnesia nach Friedrich Hoff«mann's Vorschlage aus der Mutterlauge des Kochsalzes und des Meerwas-sers, aber auch aus dem Epsomersalze (englisches Salz) darzustellen; er be-wies aber auch zugleich, daß sie eine eigene Erdart sey, welches durchMarggraf, Bergmann u. A. bestätigt wurde. Die Magnesia wurdebald in England von großer Leichtigkeit _und von stets gleicher Beschaffen-heit gewonnen, daher sie vor der in andern Ländern bereiteten den Vorzugerhielt, so daß hierdurch mehrere deutsche Chemiker veranlaßt wurden, aufdie Ausmittelung der Handgriffe zur Erreichung desselben Zweckes ihr Au-genmerk zu richten, worüber auch Bucholz 1808 mehrere Versuche an-stellte ; und es geschieht jetzt die Bereitung der kohlensauren Magnesia indeutschen Fabriken mit so glücklichem Erfolge, >aß der Vorzug der englischenMagnesia als der leichtesten längst verschwunden ist.
Die kohlensaure Magnesia kommt in der Natur vor als eine weiße,gelblichgraue olxr gelölichweiße und mit Flecken besetzte Masse, mit erdigemBruche, unter dem Namen Magnesit, seltener in rh«mbo«drischen, der koh-lensauren Kalkerde ähnlichen Krystallen, und noch seltener mit Knistallwas-ser und krystallisirt. Der derbe Magnesit besteht nach Vucholz aus 46Magnesia, 51 Kohlensaure, 1 Alaunerde, 0,25 eisenschüssigem Mangan,0,16 Kalk, 1 Wasser; nach Strom eye r aus 47,6 Bittererde, 50,8 Koh-lensaure, 1,4 Wasser und 0,2 Manganorndul.
Zum officineUen Gebrauche wird die kohlensaure Magnesia aus demBittersalze durch Zersetzung -desselben g«vonnen. Die Magnesia kann sichdabei mit der Kohlensäure in zwei verschiedenen Verhältnissen verbinden,