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2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
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491
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Stickstoff, welcher mit Sauerstoff verbunden eine der stärksten Säuren, dieSalpetersäure, bildet, sehen wir hier bei seiner Verbindung mit dem Was-serstoffe eine kräftige Base darstellen, also zwei in elektrisch-chemischer Hin-ficht ganz entgegengesetzte Körper. Diese Erscheinung wird aber kein Stau-nen erregen, wenn wir bedenken, daß die positiv-elektrische Kraft des Was-serstoffs so mächtig ist, daß schon 11,06 Gewichtstheile Wasserstoff hinrei-chen, um bei 88,94 Gewichtstheilen Sauerstoff, dem elektro-negativsten al-ler bekannten Stoffe, alle elektro-negatiue Reaction zu tilgen, so daß derdadurch hervorgebrachte neue Stoff, das Wasser, völlig indifferent ist. Indem so bedeutend größeren Verhältnisse von 17,92 Wasserstoff gegen 82,03Stickstoff in Ammoniak muß also das elektro-negative Verhalten des Stickstoffs,der hierin dem Sauerstoffe so weit nachsteht, nicht nur völlig aufgehoben, son-dern das elektro-positive Verhalten des Wasserstoffs muß auch überwiegend blei-ben, die neue Verbindung muß ein elektro-positiver Stoff, eine Base, seyn.Das Ammoniak ist bei der gewöhnlichen Temperatur gasförmig, Guy»<ton-Morveau hat es indeß schon früher durch Erkältung bis — 52°und Bussy in neuerer Zeit dadurch in flüssiger Gestalt dargestellt, daßer das Gas durch eine mit Quecksilber gesperrte Röhre leitete, eine Erwei-terung derselben mit Baumwolle umgab, diese mit tropfbarer schwefligerSäure befeuchtete, und auf diese «inen Luftstrom richtete. Die durch dieschnelle Verdampfung der schwefligen Saure hervorgebrachte große Kältebrachte das Ammoniakgas in die flüssige Gestalt, wo es eine farblose, sehrdünnflüssige Flüssigkeit bildete, die einige Grade über — 40 °> ins Kochenkommt, und wieder Gasgestalt annimmt. Das Ammoniakgas selbst ist färb»los, riecht sehr stechend, reizend, erweckend, es ist nicht vermögend, dasBrennen zu unterhalten, es ist vielmehr selbst brennbar, und verwandeltsich in Wasser, Stickstoff und auch etwas Salpetersäure, die Flamme einerhincingesenkten Kerze wird daher erst größer, ehe sie verlöscht. Thiere ster-ben darin. Es wirkt nicht ätzend^ schmeckt scharf alkalisch, röthet auch dasvollkommen trockne Kurkumepapier, und grünt Veilchensaft, welche Farben-veränderungen beim Aussetzen an die Luft verschwinden. Spec. Gew. n^:0,5912. Kommt Ammoniakgas mit irgend einer gasförmigen Saure, Koh»lensäure, Salzsäure, Essigsäure in Berührung, so wird es sogleich conden,sirt und bildet einen schneeähnlichen Niederschlag von kohlensaurem, salzsau-rem, essigsaurem Ammoniak. Diese Reaction ist so bedeutend, daß, wennes auf keine andere Art bemerkt werden kann, es sogleich dadurch entdecktwird, Wenn man einen mit Salpeter-, Salz- oder Essigsäure befeuchtetenGlasstöpsel oder Glasstab nahe über die Substanz bringt, in welcher manAmmoniak vermuthet, wobei sich ein leichter Rauch um den Glasstab er-zeugt. Mit den Säuren bildet das Ammoniakgas eigentümliche Salze. VomWasser, selbst im gefrornen Zustande, wird es begierig eingesogen; legtman ein wenig Eis oder Schnee hinein, so wird das Gas augenblicklich ab-sorbirt, der Schnee schmilzt, und es entsteht Kälte, weil zum Schmelzendes letztern mehr Wärmestoff erfodeit wird, als das Gas bei seiner Vcr-