Druckschrift 
2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
Seite
462
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

462

t<»Ii uitii«luu <le^>m»tlim.

er aber auch noch unzersetzte salpetersaure Kalk-, Bitter» und Alaunerde,weil die Salpetersieder es oft an der zur Zersetzung der erdigen Salze nö<thigen Menge Asche fehlen lassen, und hiervon erhält der Rohsalpeter einefeuchte Beschaffenheit. Um ihn nun hiervon zu reinigen, bringt man in ei»ne» kupfernen Kessel eine beliebige Menge Wasser ins Sieden, löst dar»in so viel rohen Salpeter auf, als das Wasser aufzulösen vermag, undversucht, ob die Auflosung von einer Potaschenauflösung getrübt wird, inwelchem Falle man so lange davon zusetzt, bis kein Niederschlag mehr er«folgt, filtrirt dann die Auflösung, und stellt sie zum Krystallisiren hin. Diebei dem Erkalten der Lauge gebildeten Krystalle spült man gut mit Wasserüb und trocknet sie. Die abgegossene Lauge wird von neuem verdunstetund zum Krysiallisiren hingestellt, welches Verfahren man so lange wieder«holt, als noch reine Salpeterkrystalle entstehen.

Die Reinigung des rohen Salpeters im Großen geschieht auf mancher»lei Weise. In Frankreich legt man denselben in Haufen übereinander, undwäscht' ihn mit der nach dem Läutern des Salpeters übrigbleibenden Mut»terlauge aus, die man nach und nach in kleinen Gaben darüber gießt. DieseLauge ist schon mit Salpeter gesättigt, und löst nichts mehr davon auf, son»bern zieht statt dessen die fremden Salze aus. Der auf diese Weise gcwa»scheue Salpeter wird nun in kochendem Wasser aufgelöst, und die Lösung«it —'7777 (dem Gewichte des Salpeters) aufgelöstem Tischlerleim abgeklärt,die geklärte Flüssigkeit hierauf in einer freistehenden kupfernen Pfanne auf-gebläht, und gegen das Ende hin beständig umgerührt, so daß der Salpe»tcr in kleinen Körnern zu Boden fällt, die man in besondere Gefäße aus»schöpft, abtropfen läßt, dann nach und nach mit einzelnen kleinen Portio»nen reinen Wassers übergießt, bis die Mutterlauge ausgewaschen ist, undendlich trocknet. Die rückständige Mutterlauge wird, da sie noch viel Sal»peter enthält, der Lösung des noch 'ungelauterten Salpeters wieder zugesetzt.Das Umrühren der Salpetcrtauge geschieht, um die regelmäßige Krystallisa»tion zu stören; die Salpeterkrystalle, sie mögen nun größer oder kleinerseyn, enthalten nämlich eine Menge longitudinaler Zwischenräume eiuge«schlössen, welche Mutterlauge, enthalten, die sie durch Haarröhrenkraft be»halten, und weshalb die Krystalle, ungeachtet das solide Salz rein ist, gleich»wohl eine Portion unreiner Mutterlauge enthalten. Aus diesem Grundegiebt also die gestörte körnige Krystallisation ein viel vortheilhasteres Resul-tat. Auch geschieht cs in Folge dieser eingeschlossenen Mutterlauge, daßkrystcillisirter Salpeter, der nicht durch Erwärmung getrocknet worden war,wenn er, selbst nach langer Aufbewahrung, im Mörser zerrieben wird, zu-sammenklebt und feucht scheint, weil diese Mutterlauge hervorkommt, sobalddie Höhlungen geöffnet werden. Wenn man dann die zerriebene Masse treck»nct, so hört dies auf, und dies Salz kann dann zu Pulver zerriebenwerden.

In Schweden wird der auf ähnliche Weise ausgewaschene Salpeternach dem Trockne» in einen Topf vo» Gußeisen eingelegt, und bis zum