Wenn dieses Satz rein ist, so darf es durch kochendes Wasser nichtgelb werden, sonst enthalt es schwefelsaures Quecksilber. Auf glühendenKohlen muß es sich vollständig verflüchtigen, ohne einen Rückstand zu hin»terlaffen, und mit ätzender Kalilauge zusammengerieben muß es schwarzwerden; zeigt es mehr oder weniger eine gelbe. Farbe, so enthalt es Queck-silberoxyd. Es wird in Pulverform gegeben, ist aber nur noch sehr seltenim Gebrauche.
Sollte das phosphorsaure Quecksilberoxyd, Il^i-a^-rum p!,l!»u1wi'i'cum ox)-äalum, verlangt werden, so ist es auf dieselbe Weise zu bereiten,nur muß das Quecksilber in der salpetersauren Auflösung sich im vollkom-men oiydirten Zustande befinden, und dazu gelangt man am sichersten,wenn man das rothe Quecksilberoiyd in Salpetersäure auflöst, und dieseAuflösung mit phosphorsaurem Natron niederschlägt. Das Präcipitat istdem vorigen Salze in seinen äußern Eigenschaften sehr ähnlich; es ist eben-falls in Wasser unauflöslich, in einem Ueberschusse von Phosphorsäure aberauflöslich. Mit ätzender Lauge zusammengerieben giebt es einen gelbenNiederschlag.
II^dl3l-ß)'i-uin 8tibi2to.8u!pIiulÄwm. Geschwefelt Spieß-glanzquecksilber.
(H^tliiai»8 »ntiinnnialis. Spießglanzmohr).Nimm: fein geglättetes schwarzes Schwefelspießglanzzwei Unzen,gereinigtes Quecksilber,gereinigten Schwefel, von jedem eine Unze.Sie werden gemengt, und mit Wasser angefeuchtet in mäßigerWarme gerieben, bis das Quecksilber dem bewaffneten Augevöllig verschwunden seyn wird.
Dieses Präparat wurde zuerst im I. 17SN von Hurham in den Arz-neischatz eingeführt und nach ihm ^etniup« »ntiiuuni-»!!» tluxnami genannt.
Die von ihm angegebenen Verhältnisse waren 4 Th. Quecksilber, s Th.Schwefelspießglanz und 2 Th. sublimirter Schwefel. In der Folge sinddiese Verhältnisse oft abgeändert worden. Einige, denen das Reiben zulangwierig war, vereinigten sogar das Schwefelspießglanz und das Queck-silber durch Schmelzen, und rieben dann die Masse fein. In der preußi-schen Pharmakopoe von 1799 waren 2 Th. Schwefelspießglanz und 1 Tl).Quecksilber als Verhältnis! vorgeschrieben, die durchs Reiben vereinigt wer-den sollten. Lichtenberg zeigte 18U4, daß die Vereinigung zwischenQuecksilber und Schwefelspießglanz sehr beschleunigt werden könne, wennman die Mischung etwas erwarme.
Aus diesem Grunde hat denn auch unsere Pharmakopoe die Anwemdüng mäßiger Warme vorgeschrieben. Man erwärmt daher den Mörser,