Druckschrift 
2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
Seite
385
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

tlg» ^cicU miu^iatici ox^enati

585

stöpseln verschlossen, und umgekehrt unter die Oberflache desWassers gestellt aufbewahrt, so lange als das Gas mit destillir-tem Wasser gemischt ein oxydirt salzsaures Wasser von guterBeschaffenheit giebt. _______

Das Geschichtliche über das Chlor, das nun allgemein als ein einfa«cher Stoff anerkannt ist, befindet sich bereits bei Hoidum muriaticum an-gegeben.

Wenn die in obiger Vorschrift angegebenen Substanzen mit einanderin Berührung gebracht werden, so zeigt die Schwefelsaure eine große Nei-gung, sich mit dem Natron zu verbinden, dessen metallisches Radical, dasNatrium, in dem Chlornatrium (Kochsalz) ihr entgegentritt; denn mit demNatrium selbst, dem elementaren Stoffe, kann die zusammengesetzte Schwe-felsäure keine Verbindung eingehen. Das Natrium findet aber hier eineleichte Gelegenheit, sich zu Natron zu oxydiren, da der Braunstein so sehrgeneigt ist, als Hyperoxyd den überschüssigen Antheil seines Sauerstoffesfahren zu lassen. Hiernach verbindet sich das zu Natron oxydirte Natriumaus dem Chlornatrium mit der Schwefelsaure zu dem feuerbeständigen schwe-felsauren Natron, und das aus jener Verbindung ausgeschiedene Chlor ent-weicht gasförmig. Nehmen wir an, daß das Chlornatrium bei seiner Auf-lösung in Wasser in chlorwasserstoffsaures Natron zerfalle, so verbindet sichdie Schwefelsaure mit dem Natron, die Chlorwasserstoffsaure tritt an denSauerstoff aus dem Braunsteine ihren Wasserstoff ab, und Chlor wird frei.Aber der Braunstein giebt nicht allein seinen überschüssigen Sauerstoff ab,um als Oxydul mit der Schwefelsäure sich zu schwefelsaurem Manganorydulverbinden zu können (I. Th. S. 678.); es muß daher auch eine größereMenge Schwefelsäure angewandt werden, als zur Zersetzung des Chlorna-triums allein erfoderlich wäre, und so findet sich denn nach Beendigungdes Processes als Rückstand in der Retorte schwefelsaures Natron, schwe-felsaures Manganorydul, noch unzersetztes Manganhyperoryd mit den fremd-artigen Stoffen desselben; aus Rücksicht auf diese muß auch von dem Braun-stein ein sehr überwiegendes Verhältniß angewandt werden.

Die Zweckmäßigkeit des zur Chlorbereitung vorgeschriebenen Apparatesist einleuchtend, indem durch diese Vorrichtung das aus der Retorte ent-weichende Gas erst durch Waffer gehen muß, und auf diese Weise gewa-schen, von allen fremdartigen mechanisch übergeriffenen Theilchen, von un-zersetzter Chlorwasserstoffsäure befreit und gereinigt, in den obern Raum dervorgeschlagenen Retorte gelangt, aus welchem es durch das daselbst ange-brachte gekrümmte Gasleitungsrohr in die pneumatische Wanne geleitet wird.Diese muß mit warmen Wasser gefüllt seyn, weil das Chlorgas in kaltemWasser sehr aufiöslich ist; noch besser vermeidet man den Verlust an Chlor-,gas, wenn man zum Auffangen desselben eine gesättigte Kochsalzauflösunganwenden wollte, in welcher die leeren Intervalle des Wassers durch dieSalztheilchen bereits ausgefüllt sind, und kein Gas, oder doch nur sehr we-ll. 25