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Ferrum li^roc^anicum
kommende Verlinerblau von so verschiedener Farbe ist. Die höchste Gütedes Fabricats wird daher dadurch erreicht, daß man den Alaun wegläßt,dem erhaltenen blaugrünen Niederschlage aber durch verdünnte Schwefel:säure das mitniedergeschlagene Eisenoxyd entzieht.
Als pharmaceutisches Präparat aber muß das Verlinerblau nach deroben mitgetheilten Borschrist bereitet werden, wobei man sich statt desschwefelsauren, auch des falzsauren und salpetersauren Eisenoxydes, durchAuflösen des reinen Oxyds in der Säure dargestellt, bedienen kann; ausdem letzteren soll nach^taimond das schönste Berlinerblau erhalten werden.
Ueber die Zusammensetzung des Berlinerblaus ist man lange ungewiß gewe-sen. Proust zeigte zuerst, daß zur Bildung desselben eine Verbindung voncyamvasserstoffsaurem Eisenoxydul mit cyanwasserstoffsaurem Eisenoxyd nöthigsey, so daß es also nach der Hypothese von cyanwasserstoffsaulen Salzen als einDoppelsalz dieser beiden Oxyde zu betrachten ist. Da aber nach Berzeliusdergleichen wasserstoffsaure Salze nicht existiren, sondern Haloidsalze, d. h. salz-artige Verbindungen der elementaren Stoffe mit den Salzbildern (Chlor, Jod,Fluor, Cyan u. f. w.), so müssen wir auch das Berlinerblau als ein Dop-pelsalz ansehen, bestehend aus Eisencyanür (Verbindung des metallischenEisens mit Cyan, entsprechend dem cyanwasserstoffsaurm Eisenoxydul) und' aus Eisencyanid (Verbindung des metallischen Eisens mit Cyan, entspre-chend dem cyanwasserstoffsauren Eisenoxyd). Wenn zu Kaliumeisencyanür(blausaures Eisenkali 1. Ty. S. 526.) eine neutrale Auflösung von Eistn-chlond (salzsaurem Eisenoxyd) oder salpetersaurem oder schwefelsaurem Ei-senoxyd gemischt wird, so fällt Berlinerblau zu Boden, und die Neutrali-tät der Flüssigkeit wird nicht verändert, fo langi nicht ein Ueberschuß desEisenfalzes hinzugekommen ist. Das im Kaliumeisencyanür an das Cyangebundene Kalium (das Kaliumcyanid) verbindet sich im ersteren Falle we-gen näherer Verwandtschaft mit dem Chlor aus dem Eisenchlorid zu Kali-umchlorid (Chlorkalium, salzsanrem Kali), das Eisen dagegen mit demCyan zu Eisencyamd, welches mit dem Eifencyanür aus dem Kaliumeisen-cyanür vereinigt zu Boden fällt; im zweiten und dritten Falle entzieht dasKalium aus dem Kaliumeisencyanür dem Eisenoxyde den Sauerstoff, umals Kaliumoxyd, Kali, seiner großen Verwandtschaft zu der'Salpetersäureoder Schwefelsäure Genüge leisten und sich mit diesen Säuren zu salpeter-saurem oder schwefelsaurem Kali verbinden zu können, wogegen das redu-cirte metallische Eisen, das Kalium ersetzend, mit dem Cyan sich zu Eisen-cyanid verbindet, und hier wie dort als Eisencyanürcycmid zu Boden fällt.Daß der Erfolg bei Annahme der Existenz wasserstoffblausanrer Salze der-selbe bleibt, bedarf keiner weitern Ausführung, nur würde in diesem Falledas Berlinerblau wasserstoffcyansaures (blausaures) Eisenoxyduloxyd seyn.Die stöchiometrische Zahl des reinen Berlinerblaus wäre hiernach: I?eN^-l-reVl-E^ —2337,283. Das Cyaneisenkalium ist nach BerzeliusI>'oM5 -4- 2X^-6- — 2308,778; es wird also aus den Eisenoxydsalzensoviel Eisen reducirt werden, daß die Verbindungsstufen zwischen Eisen und