Oinclionilun «ul^lnilicllm
291
neun bis zehnPfund heißen destillirten Wassers.Die wie weißer Franzwein gefärbte Flüssigkeit bringe nach den Re-geln der Kunst in Krystalle.
Es seyen sehr weiße, glänzende, nadelförmige, sehr biegsameKrystalle, in Waffer wenig, in heißem höchstrectisicirtcm Wein-geiste leicht, auch in Schwefeläther auflöslich, von sehr bittermGeschmacke, geruchlos.
Auf dieselbe Weise werde bereitet:
5 (üncknnium 8ulpl»i,ricum. Schwefelsaures Cinchonium.(8uIpN38 «inononiou«.)
aus der braunen und der gelben Chinarinde, aber dadurch,daß man, wenn man die gegen das Ende erhaltene geistige Flüssig-keit der Destillation unterwirft, die dabei entstandenen Krystalle mitverdünnter Schwefelsäure neutralisirt, und daß man die dabei er-haltene Auflösung durch Verdampfen und gestörte Krystallisation inein weißes Pulver bringt, aus welchem bei mit Hülfe des Wasserswiederholter Krystallisation ein reines Salz hervorgeht, welches vonschwefelsaurem Chinium nur durch die größeren Krystalle, durch einegrößere Austöslichkeit in Wasser, durch eine geringere in Alkohol,und durch eine mildere Bitterkeit verschieden ist.
Es ist bereits im l. Tb. S. 284. erwähnt worden, daß die HerrenPelletier und Caventou sich das große Verdienst erworben haben,die Chinaalkaloide entdeckt und dieselben als die vorzüglich wirksamen Be-standteile der Chinarinden nachgewiesen zu haben. Die häufige medicinischeAnwendung dieser Stoffe hat die Bereitungsweise derselben sehr vervollkomm-net, so daß es nicht mehr an zweckmäßigen Vorschriften hierzu fehlt.
Bei der hier gegebenen Vorschrift ist, wie bei allen, der susatz einerSäure empfohlen, um nämlich die Alkaloide aus ihren etwanigen Verbin-dungen zu trennen und sie als Salze leichter aufloslich zu machen. Manzieht zu diesem Zwecke die Salzsäure vor, weil die Schwefelsäure bei dem-nachherigen Einkochen der Flüssigkeit zersetzend auf die Alkaloide wirkenwürde, wovon man durch die Erfahrung belehrt ist. Die gröblich gepul-verte Chinarinde schüttet man in einen irdenen 2opf, übergießt sie mit demgesäuerten heißen Wasser, und läßt sie damit mehrere Stunden in Digestionstehen. Man vermeidet das Kochen, wenigstens im Anfange, weil man da-durch, wie bekannt, eine dicke trübe Flüssigkeit erhält, welche sich sehrschwierig filtriren läßt; und einen Niederschlag bekommt, der bald mehrals noch einmal so viel beträgt, ohne jedoch mehr Ausbeute zu geben. DasAusziehen durch Digestionswärme wird 2—3mal wiederholt, bis die rück-
1!) '