Druckschrift 
2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
Seite
284
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2s4

Cmbo ^rae^gratu»

Holzkohle, ist diejenige Kohle, welche durch so lange fortgesetzres Brennenvon Knochen in Destillationsgefäßen erhalten wird, bis alle flüchtigen Theileausgejagt sind. Diese nennt man Beinschwarz sk'uur u»wm nizi-ui») unddie Kohle ist darin zwischen einer bedeutenden Menge phosphorsauren Kal-kes zertbeüt. Dieser kann durch Salzsaure ausgezogen werden, wobei dieKohle zwar etwas, jedoch nicht ihre ganze Wirksamkeit verliert. Vegeta-bilische Substanzen geben eine wirksame Kohle, wenn sie vor der Verroh?lung fein zertheilt, und mit Pulver von Bimsstein, Kreide, Feuerstein, ge-brannten Knochen u. dergl. wohl vermengt werden. Verschiedene Artenvon Lignit oder Braunkohle (fossiles verkohltes Holz), in verschlossenen Ge-fäßen wohl verkohlt, geben eine wirksamere Kohle als Holzkohle, und manhat gefunden, daß 1<X> Th. mit Waffer zu einem Breie angerührten Thons,in welchem man 20 Th. Ttzeer und 60 Th. fein gepulverter Steinkohle hin-einarbeitet, und welche Masse man hierauf trocknet, und in einem verschlos-senen Gefäße verkohlt, eine Kohle gehen, die beinahe eben so wirksam ist,als Beinschwarz.

Man hat noch nicht mit gehöriger Sorgfalt untersucht, welche Mate-rien aus ihren Auflösungen in Nasser von der Kohle abgeschieden, undwelche gar nicht davon gefällt werden. Nach den Erfahrungen, welche manbis jetzt hat, scheint die Kohle nur auf Verbindungen organischen Ursprungszu wirken, und verzüglich auf Färb- und Riechstoffe. Um diese Stoffe ausihrer Auflösung abzuscheiden, vermischt man diese mit der Kohle und läßtsie eine Weile zusammenstehen. Sehr oft geschieht die Wirkung im erstenAugenblicke. Man seihet dann die Kohle ab, welche nun in chemischer Ver-bindung den Farbe- und Riechstoff bei sich behält, und der von andern Kör-pern, welche dazu eine größere Verwandtschaft als die Kohle Hab«,, wiederausgezogen werden kann. Wird eine Auflösung des Indigs in Schwefel-säur« mit Kalk neutralisirt und siltrirt und die blaue Flüssigkeit dann mitKohle vermengt, so verliert sie ihre Farbe. Wird die klare farblose Flüs-sigkeit abgehellt, und ein« Auflösung von Alkali auf die Kohle gegossen, sowird die Farbe wieder ausgezogen, und die Flüssigkeit wird blau. Wirddas Alkali genau mit einer Säure gesättigt, so wird die Farbe wieder vonder Kohle aufgenommen, und die Flüssigkeit wird farblos (vergl. Indig inden Zusatz«! zum 1. Th,). Dieser Eigenschaft bedient man sich, um dieKohle auf ihre entfärbende Kraft zu prüfen. Hierzu benutzt man dieselbeIndigoauflösung, womit Welther fSchw. N. I. V. S. 183.) das Bleich-salz untersucht. Man legt eine bestimmte Menge Kohle in eine kleine Phiole,und gießt darauf so lange unter Umschütteln die Auflösung, als diese nocheirtfärbt wird. Eine Erwärmung beschleunigt die Entfärbung.

Die Kohle, welch« schon einmal benutzt worden, verliert dadurch ihreWirksamkeit, und erlangt sie durch Brennen nicht wieder, weil die darinaufgenommene Materie beim Verkohlen in metallglänzende Kohle verwan-delt wird; aber durch vorherige Mengung mit fremden unorganischen Ma-terien, vorzüglich mit Potasche, und durch nachheriges Auslaugen der Pol-