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Hoffmann, ausübender Arzt in Mainz, bereitete dieses Präparatzuerst und verkaufte es als Gcheimmittel zu theuren Preise, bis 1793Westrumb dieses Mittel untersuchte, und zeigte, daß cs aus Kai?, Schwe«fel und Spießglanz zusammengesetzt sey. 1796 gab vi. Bremser zurBereitung des gleichfalls von ihm untersuchten Mittels folgende Vorschrift:10 Th. gebrannte Austerschalen, 4 Tb. Schwefelspießglanz und 3 Th.Schwefel werden innig gemengt, in einem gut lutirten Tiegel eine Stundemaßig geglüht, und die nach dem Erkalten noch W Th, betragende gelbeMasse gut aufbewahrt. Da aber nach dieser Vorschrift häufig ein verschie-denes Präparat erhalten wurde, s« schlug Göttling vor, es auf demnassen Wege zu bereiten, und Westrumb wandt« hierzu 1 Th. Goldschwe-fel und 3 Th. gebrannte Austerschalen an. Eine hierauf sich gründendeBereitungsweise wurde in die preußische Pharmakopoe von 1799 aufgenom-men, und auch in der von 1813 beibehalten, nach welcher anderthalb Unzenfrisch gebrannte Kalkerde mit einer halben Unze Goldfchwefel gemischt undallmölig 12 Unzen heißes Wasser zugesetzt, dann in einer porcellanenenSchale unter fortwährendem Umrühren bei gelinder Wärme ausgetrocknet,und das weißlichgelb« Pulver aufbewahrt wurde. Jetzt wirb dieses Präpa-rat wieder auf trocknem Wege bereitet, indem 8 Th. präparirte Austerscha-len, 1 Th. fein gepulvertes Spießglanz und 2 Th. reiner Schwefel genaugemengt, in einen Schmelztiegel fest eingestampft, das Ganze mit einerLage gepulverter Austerschalen bedeckt, um den Zutritt der Lust abzuhalten,mit einem Deckel bedeckt und eine halbe Stunde hindurch einem guten Roth-glühfeuer ausgesetzt wird. Nach dem Erkalten wird die Lage Austerschalenabgenommen, die Masse fein zerrieben, und in kleinen, ganz damit ange-füllten gut verstopften Gläschen aufbewahrt.
Bei dem Glühen des Gemenges wird die Kohlensäure aus der koh-lensauren Kalkerde verflüchtigt, zugleich ein Theil der Kalkerde reducirt,damit das Calcium sich mit einem Theile Schwefel zu Schwefelcalcium ver-binden könne, so wie das Spießglcmz sich mit einem andern Theile Schwe-fel zu Spießglanzschwefel verbindet, so daß nun eine (Doppel-) Verbindungaus Schwefelcalcium und Gchwefelspießglanz entsteht. Der Sauerstoff vonder zu Calcium reducirten Kalkerde vereinigt sich mit einem Theile Schwe-fel zu Schwefelsäure, welche mit der unzersetzten Kalkerde Gyps bildet,oder auch bei niedrigeren Graden unterschwefligsaure Kalkerde. Man darfdaher nicht zu schwache Hitze geben, jedoch auch nicht zu starke, als Weiß-glühhitze, wodurch die Schweftluerbindungen zersetzt werden würden. Be-stimmte Mischungsverhältnisse möchten bei diesem und ähnlichen Präpara-ten nicht anzunehmen styn, es kommt also bei denselben nur vorzüglichdarauf an, daß genau die Vorschrift befolgt wird, um so viel als möglichein stets gleiches Präparat zu erhalten.
Das Präparat hat eine gelblichgraue Farbe, ist völlig trocken, geruchlos,angefeuchtet riecht es nach Schwefelwasserstoffgas; in Wasser ist es großen-theils auflöslich; je mehr es sich auflöst, desto besser ist es. Wird die Auf-