4 Einleitung
und Bdellium bereitet, stammt von den ägyptischen Priestern, welchedasselbe zwar als ein den Göttern angenehmes Rauchwerk gebrauchten,solches aber auch, nach Dioskorides, den giftwidrigen Mitteln zu-setzten, und es auch beim kurzen Athmen für nützlich hielten. Eineandere Mischung, deren vorzüglichster Bestandteil der Asphalt war,diente zur Einbalsamirung der Tobten, wodurch die bis auf unsereZeiten gekommenen Mumien dargestellt wurden. Das Cedrium, wel-ches nach Diodor, Herodot und Plin ius vorzugsweise zur ägyp-tischen Balsamimng gebraucht wurde, ist nach Berres die Holz-siuire gewesen (uergl. I. Th. S, 912. in den Zusätzen) und Pariserhat ohnlangst behauptet, daß das in Aegypten sich häufig sindendekohlensaure Natron zu diesem Zwecke benutzt, und die Leichnamedamit eingesalzt worden seyen. Aber auch verschiedene Pflaster warenin Gebrauche, zu denen Silberglätte, gebranntes Kupfer, Galmeiund andre metallische Korper angewendet wurden.
Doch wurde die Kcnntniß aller dieser Dinge für ein Geheimnißgehalten, welches nur Priestern und Eingeweihten mitgetheilt wurde.Zu Diodor 's Zeiten waren die Priester, als die Rewahrer der vor-züglichsten Kenntnisse, in 3 Eollegia, zu Heliopolis, Memphis undTheben eingetheilt. Hier wurden von verschiedenen Mitgliedern ver-schiedne Wissenschaften getrieben, zu denen auch sogar die Vorsteherdes Volkes (Uloroplillntue) nicht anders als nach strenger Prüfungzugelassen wurden. Ihre Kenntnisse wurden unter Symbolen vorge-tragen, und es ist wohl als zweifellos anzunehmen, daß durch der-gleichen Wilder physikalische und chemische Lehren ausgedrückt wurden.
Von den Naturerscheinungen wurden nur die allgemeinen einerbesondern Betrachtung gewürdigt; so kommen Spuren der alten Tra-dition von Erschaffung der Welt vor, die aber verschiedentlich inDichtungen eingehüllt sind. In jedem Körper nahm man eine drei-fache Natur an, die unter dem hieroglyphischen Namen des Osiris,Isis und Typhoes, oder Gott, Aether und Nacht, das wirkende,leidende und todte Uebel, begriffen wurden. Unter dem göttlichenwirkenden Wesen verstanden sie das Feuer und einen Weltgeist, unterdem ätherischen, leidenden, ein gewisses.ewiges immaterielles und gleich-artiges Wesen, und unter dem tobten Uebel die unnü^e Erde.Durch Hülfe des Weltgeistcs wurde zwischen den obersten Wesen undden untersten ein wechselsweiser ununterbrochener Umgang erhalten.Durch eine innere Aufschließung, Gährung oder Fäulniß, entstanden,