983
Die PA. <Sax. giebt eine Vorschrift, nach welcher eine sal-petersaure Zinklösung mittelst kohlensauren Ammons gefälltwird. Die Operationen zur Darstellung einer reinen Zinklösungfindet man unter Zincum sulphuricum hinreichend erklärt. Esist übrigens auch nicht notlnvendig die Lösung des krystallis.schwefelsauren Zinkoxyds anzuwenden, es lässt sich jede vonfremden Metallen rein« Zinklösung zur Fällung gebrauchen.Der Niederschlag, welchen man durch Zusatz des kohlensaurenAmmons erhält, ist neutrales kohlensaures Zinkoxyd ohne Hy-dratwasser, wesshalb er nicht so gelatinös ist, sich leicht aus-waschen lässt und welcher auch wegen seiner Neigung sich inein basisches kohlensaures Salz umzuwandeln unter Verlust vonKohlensäure sehr leicht zu einer staubigen lockeren Pulver-masse austrocknet. Das zerfallene kohlensaure Ammon, wel-ches nicht verkäuflich ist und sich oft in Menge in dem Vor-rathsgefässe ansammelt, dürfte ganz passend zur Zinkoxydfäl-lung sich verbrauchen lassen. Die Fällung geschieht hier beimittlerer Temperatur, am besten in einer etwas erwärmten rei-nen chlorwasserstoffsauren Zinklösung.
Da die Fällungsmittel stets in einem geringen Ueherschusseden Zinklösungen zugesetzt werden müssen und alkalischeFlüssigkeiten Zinkoxyd auflösen, so können auch die Aussüss-flüssigkeiten nicht zu Gute gemacht werden, man müsste siedenn erst durch Fällung mit Schwefelwasserstoff von dem ge-lösten Zinkoxyde reinigen.
Der chemische Vorgang bei der Darstellung des Zink-oxyds auf nassem Wege ist folgender. Werden schwefelsauresZinkoxyd und kohlensaures Natron in ihren Lösungen zusam-mengemischt, so scheidet sich unter gleichzeitiger Bildung vonschwefelsaurem Natron und Ausscheiden eines Theiles der Koh-lensäure ein basischkohlensaures Zinkoxydhydrat ab, welchesnach Wittstein aus 3 Aeq. Zinkoxyd, 1 Aeq. Kohlensäure und3 Aeq. Hydratwasser besteht. — 3(ZnO,S0 3 +7HO) und 3(NaO,CO 2 -H0HO) geben 3ZnO,CO*+3HO und 3(NaO,SQ3) und2C0 2 und Aq. — Durch Glühen oder Erhitzen des basisch-kohlensauren Zinkoxydhydrats wird Kohlensäure und Hydrat-wasser ausgetrieben und reines Zinkoxyd bleibt zurück. Diechemische Konstitution des basischkohlensauren Zinkoxyds wirdübrigens sehr verschieden gefunden, je nachdem bei der Bil-dung desselben verschiedene Temperaturen und dünnere oderkoncentrirtere Lösungen Einfluss ausübten.