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2 (1857)
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Diese Art der Bereitung von Salben aus Kräutern ist eineaushelfende, wenn keine frischen Kräuter zur Hand sind. DieSalben aus narkotischen Kräutern wie Ungt. Belladonnae,Conti. Digitalis etc. bereitet man auch wohl auf die Weise,dass man 1 Th. des Extrakts mit etwas rektif. Weingeist an-reibt und mit 7 Th. Fett mischt.

Unguentiim Caiitliaritlum.

Unguentum irritans s. epispasticum, Unguentum Lyttae; Pom-made e'pispastique; Cerate of Cantharides; Spanischfliegensalbe,

Reizsalbe.

PJl. Bor. Zwei Un%. zerstossener Kanthariden werden mitacht Unz. Provenceröl 12 Stunden im Wasserbade di-gerirt, nach dem Erkalten ausgepresst und filtrirt. SechsUnz. der Kolalur werden mit vier Unz. weissem Wachseim Wasserbade zusammengeschmolzen und dann bis zumErkalten agitirt. Eine grünliche Salbe.

PI). Ha inb. Oleum Cantharidum infusum sechs Unz. werdenbei gelinder Wärme mit vier Unz. weissem Wachse zu-sammengeschmolzen und bis zum Erkalten agitirt. Einegrünlichgelbe Salbe.

Pll* II UHU. giebt eine ähnliche Vorschrift wie Ph. Bor., lässtaber Mohnöl verwenden.

Pll. Kas. Drei Unz. gepulv. Kanthariden werden 6 Stun-den im Wasserbade mit acht Unz. Mandelöl in einemGlase digerirt. Die ausgepressle Kohttur wird tinter Er-wärmen mit vier Unz. weissem Wachse und etwas Was-ser zu einer Salbe agitirt.

Pll. Sl. Hol**, giebt eine ähnliche Vorschrift wie Ph. Hamb.,lässt aber die Salbe mit etwas Wasser agitiren.

Das ölijre Infasum der Kanthariden wird an einem war-men Orte durch ein gut ausgetrocknetes Fliesspapier filtrirt.Der Verbrauch eines trocknenden fetten Oeles, wie des Mohn-öls, welches die Ph. Hann. vorsehreibt, ist ganz unpassend.Eine Salbe aus einem solchen Oele wird um so schneller ran-zig und zähe. Am verwerflichsten ist der Zusatz von weissemWachs. Dieses ist ein ranziger Körper, welcher zwar seineRancidität unseren Geruchsorganen weniger bemerklich macht,dieselbe aber sehr schnell auf andere mit ihm vermischte Fett-stoffe überträgt. Daher ist es auch kein Fehler, wenn die Kan-tharidensalbe schon nach 2 bis 3 Wochen einen starken ran-zigen Geruch offenbart.*)

*) Der Pharmaceut giebt sich durch die Verabreichung ranziger stin-