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2 (1857)
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539
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Mekonin (C ,0 H 5 O 4 ) ist eine neutrale krystallinische, in Wasser, Ae-ther und Weingeist lösliche Substanz.^

Mekonsäure (C 14 HO" +3HO = Me,3HO) betrachtet man als einedreibasische Säure. 'Sie wurde zuerst von Sertürner im Opium entdecktund scheint auch nur von Papaverarten erzeugt zu werden. Bei der Be-reitung der Alkaloide aus dem Opium gewinnt man eine Menge mekon-saurer Kalkerde als Nebenprodukt. Man rührt dieselbe mit 20 Th. heis-sem Wasser an und vermischt sie dann mit 4 Th. reiner Chlorwasser-stoffsäure (jedoch ohne bis über 90° C zu erwärmen). Beim Erkaltenscheidet saure mekonsäure Kalkerde in glänzenden Krystallen ab. Diesewerden noch ein bis zweimal derselben Operation unterworfen, bis zu-letzt die reine Mekonsäure abscheidet.' Die reine Mekonsäure bildet schönesilberglänzende Schuppen oder Nadeln von der Formel Me,3HO+6Aq.Bis zum Wasserkochpunkte erhitzt verliert sie 6 Aeq. Wasser. Sie istin Wasser und Weingeist löslich. Beim Kochen zersetzt sie sich in Ko-mensäure, Kohlensäure und einen dunklen Farbestoff; mit Chlorwasser-stoffsäure gekocht zerfällt sie in Oxalsäure, Kohlensäure und einen dunk-len Farbestoff. Charakteristisch ist die tiefblutrothe Färbung, welcheihr Eisenoxydsalze ertheilen.

Prüfung des Opiums auf Reinheit und Güte. Geruchund Geschmack entscheiden zuvörderst. Die Farbe soll braun,aber nicht schwarzbraun sein. Das Opium soll ferner nichtmit Sand, so wie vielen Pflanzenresten oder Samen durcbmengtsein, zwischen den Fingern erweichen, auf dem Bruche etwasglänzen, am Licht mit heller Flamme brennen und ein licht-braunes oder gelbbraunes Pulver geben. Fälschungen könnenbestehen in: Sand, kleinen Steinen, Thon, Gyps, Kalkerde,Bolus, Stärke, Gummi, Mehl, Saleppulver, Harz, Wachs, Ex-tracte von Glaucium, Chelidonium, Lakrizensaft etc. SolcheSubstanzen werden dem Opium theils in seinem Vaterlande,theils auch in den Europäischen Hafenplätzen, wo die grossenOpiumkuchen häufig eine Umformung in kleinere Kuchen er-leiden, beigemischt. Opiumkuchen, welche in ihrer Masse Blät-ter und Rumexsamen enthalten, sind stets verdächtig.

Die Prüfung führt man weiter auf folgende Weise aus.Man kocht 100 Gran in dünne Scheibchen geschnittenes Opiummit 600 Gran Wasser eine Minute auf und stellt zum Erkalten beiSeite. Die Flüssigkeit darf nicht zu einem dicken Breie odereiner gelatinösen Masse erstarren (Salep, Stärkemehl). Dannerwärmt man die Flüssigkeit wieder ein Wenig, kolirt durchLeinwand und presst das Ungelöste stark aus. In diesem letz-teren lassen sich Sand und Steine leicht durch das Gefühl ent-decken. Den Rückstand trocknet man, zerreibt ihn zu Pul-ver, wenn dies möglich ist, und untersucht ihn durch Behan-