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Feuchtigkeit anzieht und abfliesst. In Sibirien wird durch Gefrierenlas-sen des Meerwassers die Salzlösung koncentrirt.
Das Sool- oder Siedsalz, Kochsalz, Sal culinare, ist theils einreines oder gereinigtes kryslallisirtes Stein- oder Seesalz, theils wird eswie bei uns in Norddeutschland aus den Salzsoolen, mit welchemNamen man natürliche und künstliche Chlornatriumlösungen bezeichnet,abgeschieden. Der Gehalt der Salzquellen (Soolbrunnen) ist sehr ver-schieden. Die Lüneburger Soole enthält z. B. 25 Proc Kochsalz (ist 25löthig), die von Salza bei Schönebeck 11 Proc. Zur Darstellung reich-haltiger Soolen schliesst man auch wohl die tieferen Steinsalzlager durchBohrungen auf, wie in den Würtembergischen und Badischen Salinenam oberen und unteren Neckar. Das durch die Bohrlöcher in die Salz-lager geleitete Wasser sättigt sich schnell mit Salz. Die auf diese Weisegewonnene 24 bis 26 Proc. haltige Soole wird durch Pumpen gehobenund versotten. Schwache Salzsoolen werden durch Gradiren koncen-trirt, indem man ihre Oberfläche möglichst vergrössert der Luft aus-setzt. Das Gradirwerk besteht aus hohen, durch Holzrahmen zusam-mengehaltenen, im Freien stehenden Schichten oder Wänden von Schlee-oder Schwarzdornreisig. Durch passende Vorrichtungen fällt die Sooleals ein feiner Regen langsam durch diese Dornenwände hindurch, wo-bei ein Theil ihres Wassers verdunstet, und sammelt sich in den unterden Dornwänden befindlichen Soolenkästen. In Folge der Koncentra-tion der Soole und des Entweichens von Kohlensäure scheiden unlöslichgewordene Salze, wie die Carbonate der Kalk- und Bitrererde, des Ei-sens, schwefelsaurer Kalk mit schwefelsaurem Natron in Form eines Ue-berzuges auf den Dornen als Dornstein ab. Die hinlänglich starkenSoolen lässt man durch Absetzen klären und bringt sie dann in grosseflache eiserne Pfannen. Diese sind von einem trichterförmigen hölzer-nen Gehäuse, in dessen Mitte eine hohe Esse angebracht ist, umgeben.Durch diese Vorrichtung, den B roden fang (Schwadenfang), wird eingrösserer Luftzug erzeugt und dadurch die Abdampfung vermehrt. Dervon der heissen Soole aufsteigende Dampf enthält bis zu l Proc. seinesWassers Kochsalz. Er wird verdichtet und gesammelt und der zu gra-direnden Soole zugesetzt. Mit dem Maasse die Soole durch Abdampfungkoncentrirter wird, scheidet sich zugleich ein Schlamm aus, welcheraus organischen, theils bituminösen Substanzen, Kochsalz, schwefelsau-rem Natron und schwefelsaurer Kalkerde hesteht. Derselbe wird theilsherausgekrückt, theils setzt er sich auf dem Pfannenboden fest und bil-det den Pfannenstein. Dieses Ausscheidenlassen und Entfernen derunreineren Soolenbestandtheile heisst das Stören der Soole und ist na-türlich nur bei unreinen Soolen erforderlich. Reine Soolen werden als-bald versiedet. Sobald diese hinreichend koncentrirt sind, tritt an ihrerOberfläche das Ausscheiden des Kochsalzes meistens in treppenförmigenKrystallen, das Soggen, ein. Je niedriger die Temperatur der Sooleund je ruhiger die Verdampfung hierbei gehalten wird, um so grössereKrystalle scheiden ab. Mit dem Vorschreiten des Abdampfens findet die-ses Abscheiden der Kochsalzkrystalle fortwährend statt. Dieselben sin-ken aber als schwerer bald zu Boden und werden von Zeit zu Zeit her-ausgekrückt. Die konc. Mutterlauge enthält Chlorcalcium, Chlormagne-