Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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382
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f*ll. Hnillll. achreibt fünf Gran Quittenkerne auf eine

Um. Rosenwasser vor', diePll. Sax« dagegen eine Brachm. Quittenkerne auf fünf

Unz. de still. Wasser. Nach viertelstündigem Stehen

wird durch Leinwand gepresst.

Die Quittenkerne oder Quittensamen enthalten an der Sa-menhaut vielen Sehleim, der Samenkern selbst ist Amygdalin-haltig. Der zerstossene Samen würde mit Wasser geschüttelteinen Blausäure- und Eiweiss-baltigen Schleim geben. Da eshier nur um den Schleim zu thun ist, so werden die ganzenSamenkerne mit dem Wasser geschüttelt, bis es eine stark-schleimige Konsistenz hat. Die.Lösung des Schleims geht nochrascher vor sich, wenn das Wasser etwas warm ist. Vorräthigkann der Quittenkernschleim nur höchstens auf 3 bis 4 Tagegehalten werden. In den Geschäften, in welchen er nicht alle2 bis 3 Tage dispensirt wird, kann er auch gar nicht vorräthiggehalten, sondern muss jedesmal für den Gebrauch frisch be-reitet werden. Zuweilen wird der Quittenschleim häufig imHandverkauf gefordert, in welchem Falle eine schnelle Verab-reichung erwünscht ist. Zur rascheren Bereitung des Schleimesbedient man sich alsdann des trocknen Quittenschleimes (Mu-cilago Cydoniae sicca). 1 Gran desselben reicht hin 6 Drachm.Wasser schleimig zu machen. Den trocknen Schleim bereitetman dadurch, dass man die ganzen trocknen Quittensamen(16 Th.) mit warmen Wasser (von 40° C.) extrahirt, so langedas Wasser Schleim aufnimmt, den kolirten Schleim bis auf32 Th. bei gelinder Wärme eindampft und den koncentrirtenSchleim mit 40 Th. höchstrekt. Weingeist vermischt. Den aus-gefällten Schleim sammelt man auf einem leinenen Kolatorium,trocknet ihn auf Porcellantellern bei gelinder Wärme und vorStaub geschützt ein und stösst ihn zu einem feinen Pulver,welches man in kleinen Flaschen aufbewahrt. *

Der Quittenschleim ist eine dickliche, kaum gefärbte, durch-scheinende Flüssigkeit, welche durch die Alkalien, Säuren undauch durch einige Metalloxyde und Metallsalze z B. Bleiace-tat koagulirt wird. Es werden von den Aerzten noch häufiggenug Augenwässer mit Quittenkernschleim und Bleisalzen ver-schrieben. Dieselben kann man natürlicher Weise nicht koli-ren oder filtriren, sondern müssen so viel Flocken und Häuteauch darin herumschwimmen mögen, mit dem Bemerken an das