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2 (1857)
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298
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Unter Saturationen, Saturaliones, versteht man in der Re-ceptur flüssige Mischungen von kohlensauren Basen mit Säu-ren, welche in Folge der Mischung ihre alkalischen und sau-ren Eigenschaften aufgegeben haben und noch einen Antheildes daraus entwickelten freien Kohlensäuregases enthalten. Dermedicinische Werth einer Saturation hängt im Allgemeinen vonihrer frischen Bereitung und einem angemessenen Kohlensäure-gasgehalte ab. Dieser letztere ertheilt der Mischung einen er-frischenden Wohlgeschmack. Wie in so manchen anderen Ver-hältnissen weiss man auch in Betreff der Saturationen nichtimmer den gehörigen Mittelweg einzuschlagen. Während dieeinen Pharmaceuten vor lauter Gemächlichkeit sich nicht schä-men den abgestandenen, oft mit einer leichten Schimmeldeckebehauchten Liquor Kali acetici crudi der Ph. Hamb. zu dispen-siren, fordern andere, dass eine Saturation wie Champagneroder Selterserwasser schäume, und verzichten selbst auf eineeiniger Maassen neutrale Reaktion derselben. Wäre dem Arztean solchen Präparaten gelegen, so würde er dem Kranken indem einen Falle eine verdünnte essigsaure Kalilösung, in demanderen Selterserwasser, Brausepulver, Sodawasser etc. rei-chen lassen.

Wie schon erwähnt ist, verlangen die Aerzte von einerSaturation, dass dieselbe frisch bereitet und auch ziemlich neu-tral sei und soviel freie Kohlensäure enthalte, dass sie beimUmschütteln massig aufschäume. Zur Darstellung eines sol-chen Präparats vermeide man daher das Zusammenmischen undAgitiren des kohlensauren Alkalis mit der Säure in einemMörser, ferner jedes Koliren und Filtriren, so wie ein Erwär-men oder Hinzumischen warmer Flüssigkeiten. Man mischedeshalb die Saturation aus klaren reinen alkalischen und sau-ren Flüssigkeiten alsbald in einem solchen Verhältnisse, dasssie ziemlich neutral ausfalle und eines Probirens mit Lackmus-papier nicht bedarf. Ferner führe man die Mischung auch indemselben Flaschengefässe aus, in welchem die Saturation dis-pensirt werden soll.

Die folgenden Tabellen geben annähernd die Quantitäten-verhältnisse an, in welchen Alkali und Säure sich gegenseitigneutralisiren. Man bemerke wohl annähernd, denn die aufge-führten Stoffe sind nicht immer von derselben Trockne oderdemselben Wassergehalte oder sie variiren in ihrer chemischenConstitution, wie z. B. Ammonium carbonicum.