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2 (1857)
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(»elatiiia aiiimali».

Gluten animale; Gelatine; Gelalin, Jelly, Gelly; Gallerte, thie-

rischer Leim, Gelatine, Glutin.Ph. IlaiMl». Der reinste Knochenleim, fast färb- und geruchlos.

Der Leim wird aus dem Zellgewebe, den Häuten, Sehnen,Bändern, Knorpeln, Knochen und anderen Collagenen durchKochen derselben mit Wasser gewonnen. Knochen und Knor-pel werden im Grossen am meisten zur Darstellung der Bouil-lontafeln und der farblosen Gelatine, Gelatina albissima 8. intabulis vera s. in foliis alba, verwendet. Sie bestehen aus einerorganischen Substanz, einem lockeren zelligen Gewebe (30 bis 38 Proc),in welchem die erdigen Bestandtheile (vergl. Th. I S. 756) eingelagert sind.Durch längeres Kochen mit Wasser, besonders unter stärkerem als demgewöhnlichen Atmosphärendruck (bei einer Temperatur bis zu 110° C),wird diese organische Substanz in Leim umgewandelt. In den Leim-siedereien weicht man die Knochen und Knorpel längere Zeit in Wasser,welches 20 Proc. Chlorwasserstoffsäure enthält, ein, wodurch die erdi-gen Bestandtheile gelöst werden, während das zellige Knochengewebeals eine durchscheinende weiche Masse, von der Gestalt der Knochenzurückbleibt. Letztere wird nun zuerst mit chlorwasserstoffsäurehalti-gem Wasser, dann mit reinem Wasser ausgewaschen, durch Kochen inWasser gelöst, und in Formen zum Erkalten gebracht. Den erkaltetenLeim schneidet man in dünne Seheiben, welche auf Netzen, welche zwi-schen Rahmen aufgespannt sind, ausgetrocknet werden.

Eine reine Gelatine des Handels bildet gemeinlich fastfarblose, durchsichtige, dünne, zerbrechliche, nicht hygroskopi-sche Tafeln. Sie ist geruchlos und fast geschmacklos und giebtmit heissem Wasser eine in der Wärme flüssige trübe, bei ge-wöhnlicher Temperatur zu einer Gallerte gestehende Lösung,welche leicht schimmelt.

Der reine Leim giebt eine klare farblose Lösung und Gallerte, .wel-che beim Austrocknen wieder zu der ursprünglichen Leimmasse wird.Weingeist, -Aether, Oele lösen ihn nicht. Gerbstoff fällt ihn aus seinerwässrigen Lösung. Durch langes Kochen wird er zu einer hygroskopi-schen schmierigen Substanz. Durch Behandeln mit verdünnter Schwe-felsäure oder Alkalien entsteht daraus Leimzucker (Leimsüss, Glyko-koll) und Leucin 'Aposepedin, Käseoxyd), zwei krystallisirbare Körper,von welchen ersterer mit Säuren saure Salze giebt. Längeres Kochenmit Säuren benimmt der Leimlösung die Fähigkeit zu gelatiniren. (EineLösung von 5 Th. Tischlerleim in 5 Th. heissem Wasser und vermischtmit einem Th konc. roher Salpetersäure giebt einen flüssigbleibendenKlebleim) Der Leim steht seiner chemischen Konstitution nach denProtei'nstoffen (Th.l. S. 132) sehr nahe. Er enthält Schwefel. Mulder giebtihm die Formel C ,3 H ,n N 2 0 5 . Der aus Leder gekochte Leim liefert