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2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
Entstehung
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594
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tersäure könne rncksichtlich ihres Verhallens zum Morphin nur als Bei«hülfe zu dessen Entdeckung benutzt werden, da andere Altaloide durch dieseSaure ähnliche Farbenänderungen erleiden. Es se» daher notwendig,ein Reagens für das Morphin zu besitzen, das empfindlich genug ist, esauch in sehr verdünnten Flüssigkeiten zu entdecken. Der Gelbestoff seynun ein solches sicheres Reagens, denn auch die verdünnteste Morphin-aussösung werde sowohl durch den wäßrigen als geistigen Gallapfelauszuggetrübt, wahrend reine Gallussäure keine sichtbare Wirkung darauf äußert.Da nun nach Dublanc's Versuchen das gerbestoffige (gerbsaure) Mor»phin in Alkohol löslich ist, während bekanntlich die Verbindungen derthie»rischen Theilc mit dem Gerbestoffe es nicht sind, so gebe dieses Verfahrenein leichtes Mittel an die Hand, beide Arten von Niederschlägen zu schei»den, und auch das in der kleinsten Menge vorhandene Morphin zu isoliren.Bei Anwendung dieses Verfahrens auf thierische FliWgkeite» zeigteaber dasselbe einige Unvolltommenheiten, Wurde es nämlich bei mensch«lichem Urin, worin der 5«inste Thcil essigsauren Morphins aufgelöstwar, und bei derselben Menge reinen M'.ns angewandt, so bildelen sichw dem weingeistigen Auszüge beider thierische« Flüssigkeiten auf gleicheWeise Niederschläge, die zum größten Theile in Weingeist löslich waren.Nachdem die geistige Lösung, die nach Du blanc das Morphin mit Gerbe-stoff vereinigt enthalten mußte, abgeraucht war, erstaunte man, zusehen,daß die Salpetersäure nicht die kleinste Spur Morphin darin anzeigte.Eine gewisse Menge Harnstoff war darin mit eingemengt. Die Flüssigkeitim Gegentbetl, aus welcher sich der Niederschlag gebildet, zeigte sehrmerkliche Spuren von Morphin. Diese unerwarteten Erfolge rührten un-bezweifelt von der Löslichkeit des Niederschlages in der freien Säure,welche die geistige Ausziehung des Urins enthält, her, und denselben Er»folg bewirkt auch schwache Essigsäure.

Vcses vonDublanc angegebene Verfahren gewährt demnach keineSicherpeic, wozu noch kommt, daß noch Wi t tstcck's oben erwähnter An-gabe nur die narkotinhalteuden Morphinsalze durch Gallustinctur getrübtwerden, und daß also die Anwendbarkeit dieses Reagens auf Morphin we«nigstens sehr zweifelhaft geworden ist. Wenn auch die vonNobinet ent-deckte eigenthümliche Neaction des Morphins und seiner Salze auf die Ei-senorvdsalze ein sicheres Mittel zur Entdeckung dieses Stoffes abgebensollte, so können doch da, wo es das Schicksal eines Angeklagten gilt, nie-mals Wahrscheinlichkeiten, von den durch chemische Reagentien hervorge-brachten Erscheinungen abgeleitet, für hinreichend erklärt werden, da auchandere Körper ähnliche Erscheinungen hervorbringen können, und es sindunwiderlegbare Beweise, durch Darstellung des Giftes selbst, erfoderlicv.Zur Gewinnung des Morphins aus verdächtigen Flüssigkeiten kann nur im-mer die Gewinnung desselben aus dem Opium zur Richtschnur dienen, dochist hierbei überall große Umsicht nöthig, daß man also den Niederschlag«tw» oder gegenthells die Flüssigkeit, in welcher der Theorie zufolge kein