Druckschrift 
2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
Entstehung
Seite
583
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^lor^Kiuln aoetiouln

583

thierischer Kohle Morphin. Duflos (Verl. Jahrb. XXVIll. 2. S. 2U6.)denutzte auch den Opimnrückstand von den Tincturen, und beobachtete dabeifolgendes Verfahren: 4 Pfund Opiumrückstand wurden mit 52 PfundWasser, welchen 2 Unzen concentrirter Essigsaure beigemischt waren,ausgezogen und der Rückstand nochmals digerict. Jetzt wird mit Vleiessigpräcipitirt, die Flüssigkeit vom Niederschlage getrennt, bis zur Hälfteverdunstet, über thielische Kohle filtrirt, und endlich mit soviel Aetzkali-lange versetzt, daß diese sehr wenig vorwaliet. Die Flüssigkeit wird vomNiederschlage, welcher sich gleich gebildet hat, abftltrirt und 24-5« Stun-den in Ruhe gelassen. Nach Verlauf dieser Zeit wird die Flüssigkeitsorgfältig abgegossen; das sämmtlich darin aufgelöst gewesene Morphin(das Morphin ist nämlich, wie R ob in et gefunden hat, in den ätzendenAlkalien, selbst Kalk und Varvt, ausiöslich) hat sich in Gestalt kleinergefärbter körniger Krystalle an die Wände des Gefäßes abgelagert. Vswird gesammelt, in verdünnter Schwefelsäure aufgelöst, die Auflösungmit thierischer Kohle digerirt, die jetzt sehr wenig gefärbte Flüssigkeitmit der Hälfte gewöhnlichen Weingeistes vermischt, und mit etwas über-schüssigem Ammoniak versetzt. Augenblicklich entsteht kein Niederschlag,aber nach sehr kurzer Zeit schlagt sich das Morphin in Gestall kleinerweißer seidenartig glänzender Federchen nieder; es wird auf einem Fil-ter gesammelt, wohl ausgewaschen und getrocknet. Duflos «hielt ge-gen eine Unze reines Morphin. Der Zusatz von Weingeist zu der zufällenden Flüssigkeit dient dazu, die etwanigen »och in derselben enthal-tenen resinösen Theile bei der Fällung des Morphins aufgelöst zu halten.(Vergl. hierüber die Bemerkung von Merck im ,. Th. S. ?4y.)

Noblnet wandte, wie beim Opium bereits erwähnt worden ist,concentrirte Lösungen leicht löslicher Salze, als des salzsauren oder schwe-felsauren Natrons an, welches Verfahren er auch zur Gewinnung andererAltaloide, als des Chinins u. s. w. empfahl. Die coucentrirten Salzlö-sungen nehmen nach ihm die leichtlöslichen Bildungstheile auf, losse»dagegen das Harz als unlöslich zurück. Die concentrirten Aufgüsse wer-den mit Alkohol digerirt, welcher die Pflanzensalze aufnimmt, und beimVerdunsten llystalliuisch zurückläßt. R 0 biquet hat dieses Verfahrengeprüft und gefunden, daß die Salzlösungen nicht bloß mechanisch wirken,sondern Zersetzungen veranlassen. Denn der mit einer gesättigten Kochsalz-auflösung gemachte Opiumauszug gab salzsaures Morphin, welches mit de«von Robin et beschriebenen kodesauren Morphin ganz übereinstimmte(l.TH S. 748 ); auchPelletier erkannte dieses für salzsaures Morphin,durch Austausch der Säuren zugleich mit mekonsaurem Natron entstanden.Duflos, der diese Ausziehungsmelhode Robin et's anwandte, erhieltebenfalls keine günstigen Resultate «.Verl. Jahrb. XXVIll. 2. S. !95.)>

Merct (Geig er's Magazin i826. August S. 159.) giebt folgendesVerfahren zur Gewinnung des Morphins als das beste an: ib Unzen mäßigtrocknes Opium werden in Scheiben zerschnitten, mit kochendem Waffer und

M