2 Einleitung
chen Scharfsinnes in Erfindung aller für das Leben nützlichen Dingebei dem ägyptischen König Osiris in großem Ansehen gestandenhaben. Als daher dieser König mit seinen im Ackerbau und inandern Künsten unterrichteten Unterthanen in fremde Länder zog,um die Einwohner derselben auch damit bekannt zu machen, so ließer bei seiner Gattin, Isis genannt, den Hermes als Rathgeberzurück, und dieser soll dieselbe in der späterhin von den Adepten nachihm benannten hermetischen Kunst, Hermetik, unterrichtet haben.Die Alchemisten sahen ihn für den Erfinder der Alchemie, Magie,Arzneikunde, Mathematik und der Religionsgeheimnisse an.
Zur Zeit, des Sesostris soll nach Aelian's Zeugniß noch einanderer Hermes gelebt haben, der seiner Weisheit wegen für einenbewunderungswerthen Mann gehalten und auch Trismegistus ge-nannt worden. Auch Sesostris selbst wird seiner Weisheit wegenl'on Cicero mit dem Namen Mercurius beehrt, und man glaubtevon ihm, daß er einen Thcil der dunklen Hieroglyphen in die ver-ständliche Buchstabenschrift übertragen habe.
Dem Angeführten zufolge ist es wohl nicht unwahrscheinlich,daß dieser Hermes oder Mercurius nicht eine wirkliche geschicht-liche Person, sondern als ein Symbol einer bestimmten Entwicke-lungsperiode geistiger Kräfte der altern Aegypter zu betrachten sin.Man kannte nämlich in dieser Zeit die Schmelzbarkeit und Misch-barkeit der Metalle, und solche Metallgemische wurden zu verschie-denen Schmuck-, Waffen- und Baugeräthen benutzt; man hattekupferne und silberne Geschirre, Metall- und Glasflüsse von vor-züglicher Schönheit. So führt Heliodor von der Chariklea,Tochter einer ägyptischen Prophetin, an, daß sie auf der Brustgoldene Schlangen, blau gefärbt, getragen habe; das Gold seydazu künstlich geschwärzt worden. Auch ganz schwarzes Glas, ei-nigermaßen durchscheinend, wurde verfertigt und obsidianisches Glasgenannt, weil es demjenigen ganz gleich war, welches Obsidiusin Aegypten gefunden hatte. Kaiser Hadrian schickte an seineSchwester und an den Servianus Alassontische Kelche (6»h««^I»z«onte«) von verschiedener Farbe, die er von einem Priester desTempels erhalten hatte. Die Becher waren höher als Gold geach-tet und beweisen die vorzügliche Glaskunst der Aegypter. Dahinist noch zu rechnen, was von ihren smaragdfarbigen Gläsern ange-führt wird. Plinius erwähnt, daß zu seiner Zeit in dem ügypti-